Oberschule in Sickte zum Schuljahr 2018

Landkreis. Nach den heftigen Diskussionen in der Kreistagssitzung in dieser Woche um die Festlegung von Schulbezirken für den Besuch von Gesamtschulen im Bereich Schöppenstedt (wir berichteten ausführlich in der Mittwochsausgabe), hatten die Kreistagsmitglieder weitere Beschlüsse für den Schulstandort in Sickte und Schladen am späten Abend gefasst:

 

Der Landkreis Wolfenbüttel errichtet zum 1. August 2018 eine Oberschule für den Sekundarbereich I als offene Ganztagsschule am Standort in Sickte. Gleichzeitig wird zum Schuljahr 2018/2019 die organisatorisch zusammengefasste Haupt- und Realschule Sickte stufenweise aufgehoben, so heißt es in der Beschlussvorlage. Zuvor hatte der Schulleiter, Herr Marken, beim Landkreis formell die Errichtung einer Oberschule beantragt, nachdem sich die Lehrkräfte mehrheitlich dafür ausgesprochen hatten. Die Schulform Hauptschule würde immer weniger gewählt werden. Dies verdeutlichen auch die Zahlen: Im Durchschnitt der letzten drei Jahre im Bereich Sickte und Cremlingen waren es rund vier Prozent. Aufgrund dieser geringen Zahlen könne der Schulunterricht ohnehin nur noch schulformübergreifend pädagogisch und sinnvoll ausgestaltet werden, heißt es. 

Weil auch die Eltern derzeit maßgeblich mitwirken, meint auch Klaus Hantelmann (CDU): „Wir müssen den Flow jetzt ausnutzen und sollten deshalb schon in diesem Jahr starten.“ Für die Planungssicherheit sprach sich hingegen die SPD mit Harald Koch aus: „Eineinhalb Jahre zur Vorbereitung halten wir für vernünftiger.“ Der geänderte Vorschlag wurde jedoch mit 24 Stimmen der SPD, Grünen und Linken abgelehnt. CDU, FDP und AfD stimmten mit 22 dafür. Bei der generellen Abstimmung um die Einrichtung der Oberschule in Sickte zum Schuljahr 2018 waren sich die Gremien hingegen einig. Mit 38 Ja-Stimmen und acht Enthaltungen stimmten die Politiker für die Oberschule. 

In diesem Zusammenhang beschlossen die Kreistagsmitglieder anschließend einstimmig die Festlegung von Schulbezirken für den Besuch von Haupt- und Realschulen. Schülerinnen und Schüler aus der Einheitsgemeinde Cremlingen sowie den Samtgemeinden Sickte und Elm-Asse können diese Schulform nun nur noch in Wolfenbüttel anwählen. Eine Festlegung von Schulbezirken für den Besuch von Oberschulen halten die Mitglieder für entbehrlich, da sichergestellt sei, dass die Schulform auch ohne Satzung besucht werde.

Susanne Fahlbusch (SPD) trug anschließend den Antrag zur Machbarkeitsberechnung einer Oberschule am Standort Schladen vor. Mindestens 48 Schülerinnen und Schüler müssten pro Jahrgang in der Zehnjahresprognose erreicht werden. Derzeit wird diese Anzahl in keinem Jahrgang erreicht. Mit vier Enthaltungen wird nun die Verwaltung beauftragt, praktikabele Varianten der Erweiterung des Schulbezirkes der Werla-Schule zu erarbeiten. 


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