KFZ-Innung blickt mit gemischten Gefühlen auf das vergangene Jahr zurück

Schöppenstedt. Am Donnerstagabend trafen sich die Mitglieder der Kraftfahrzeugtechniker-Innung Wolfenbüttel zu ihrer Jahreshauptversammlung im Gasthaus „Zum Zoll“ in Schöppenstedt. Neben der verkündung einiger Neuerungen beziehzungsweise Veränderungen in der Branche und einem Rückblick auf das zurückliegende Jahr stand auch die turnusmäßige Neuwahl des Vorstandes statt. Bis auf den Schriftführer wurden alle Vorstandsmitglieder in ihrem Amt bestätigt. Neuer Schriftführer wurde Bernd Reiner.

In seinem Jahresbericht blickte der Obermeister Andreas Gatzemeier mit „einem lachenden und einem weinenden Auge“ auf das vergangene Jahr. Positiv sei unter anderem ein Plus von rund 145.600 Neuzulassungen, durch die die bundesweiten Erlöse um 4,9 Prozent gestiegen seien. So auch der Trend im Gebrauchtwagengeschäft der Kfz-Gewerbe. Hier erzielten die Händler eine Umsatzsteigerung von 17 Prozent im Vergleich zu 2015. Nicht zuletzt habe auch das Werkstattgeschäft eine Steigerung erfahren. Deutschlandweit seien in 2016 rund 70 Millionen Werkstattaufträge abgewickelt worden, teilte Gatzemeier mit. Das entspreche einem Zuwachs von 8,7 Prozent. Dennoch würden die Umsatzsteigerungen von der weiterhin niedrigen Rendite überschattet. So liege die bundesweite Duchschnittsrendite weiterhin bei einem Wert zwischen 1,6 und 1,9 Prozent, „zu wenig, um langfristig am Markt erfolgreich zu sein“, so der Obermeister. Die Folge: Man komme nicht umhin, notwendige Preissteigerungen vorzunehmen oder geringere Rabatte bei Fahrzeugverkäufen anzubieten. Kritik übte er auch an die fortwährende Diskussion um die Abgas-Affäre, die seiner Meinung nach den Dieselmotor als einstiges Aushängeschild an den Pranger stelle. Obgleich die „Schummelsoftware“ das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit des Kunden angreife, käme man zur Erreichung gesetzter Klimaschutzziele nicht am Diesel vorbei, sagte Gatzemeier. Und statt Fahrverbote, wie in Stuttgart, durchzusetzen, halte er eine Konzentration auf die grüne Welle für sinnvoller. „Der Staat verliert jede Glaubwürdigkeit, wenn er auch junge, gerade noch als klimafreundlich gelobte Fahrzeuge Fahrverboten unterwirft“, betonte er und appellierte an die Politik, klare Aussagen zu treffen.

Der Geschäftsführer ging in seinem Bericht auf die jüngsten Veränderungen in der Kfz-Branche ein. Unter anderem wurden die neuen Geschäftsbedingungen und Neuerungen bei den Scheinwerfermessplatzrichtlinien vorgestellt, über die mögliche Einführung eines EU-Dienstleistungspasses informiert und Schwarzarbeitsermittlung thematisiert. Zudem wurde der neue Haushaltsplan für das Jahr 2017 vorgestellt und anschließend beschlossen. Bei der darauffolgenden Vorstandswahl konnten Andreas Gatzemeier (Obermeister), Berndt Dankemeier (Stellvertreter), Tom Maschke (Beisitzer) und Peter Thiele (Lehrlingswart) in ihrem jeweiligen Amt bestätigt werden. Matthias Fricke legte sein Amt als Schriftführer nieder. Mit einem einstimmigen Ergebnis wurde dann Bernd
Reiner als sein Nachfolger gewählt. 


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