Zu den Gratulanten und Dankesrednern zählten die Patronatsfamilie, der Kirchenvorstand und der Ortsrat (v.l.): Joachim Lüer, Mechtild von Veltheim, Thomas Posten, Dietrich Kurth mit seiner Ehefrau Gunde, Helmut Dorfmann, Johann-Friedrich von Veltheim, Hans-Andreas Meyer, Annette Wesche und Carola Wilhelms.

Dietrich Kurth war 30 Jahre als Organist tätig

Kirche ohne Musik ist undenkbar. Dies machte Pfarrer Thomas Posten am Sonntagnachmittag in seiner Predigt zusammen mit Pfarrer Hans-Andreas Meyer deutlich. In einem Festgottesdienst mit Abendmahl wurde Dietrich Kurth in der De-

stedter Epiphaniaskirche feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

Er war 30 Jahre lang – seit Mai 1987 – für die Gemeinden Hemkenrode und Destedt als Organist tätig. In Abbenrode sprang er auch als Vertreter ein. „Kultur ist der Zusammenhalt der Menschen. Ein Land ohne Kultur ist ein trostloses Land. Bilder, Dichtungen und Musik sind Nahrung für die Seele. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“, sagte Posten in dem gut gefüllten Gotteshaus. Diese christlichen Werte wurden auch während der Feierstunde deutlich. Den Gottesdienst begleitete der Destedter Posaunenchor auf ihren Blechinstrumenten sowie der Propsteikantor Matthias Wengler an der Orgel. „Die güldne Sonne voll Freud und Wonne“, „Von guten Mächten treu und still umgeben“ sowie „Eine feste Burg ist unser Gott“ wurden unter anderen als Lobgesänge angestimmt. Für Kurth war es wohl einer der wenigen Gottesdienste, in denen er nicht selber auf der Orgelbank saß. Carola Wilhelms sprach als Vorsitzende der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde am Elm Dankesworte aus: „Dietrich Kurth ist so etwas wie eine Institution in Sachen Kirchenmusik.“ Bei unzähligen Gottesdiensten, Taufen, Trauungen, Konzerten und Trauerfeiern habe der 81-Jährige zuverlässig und mit hohem musikalischem Anspruch die Orgel gespielt. „Choräle aus dem Stegreif intonieren oder transponieren stellte für Dich als Musiklehrer am Lessinggymnasium Braunschweig kein Pro-
blem dar“, führte Carola Wilhelms aus. Das Organistenamt habe Dietrich Kurth damals von seinem Sohn Matthias übernommen, der aufgrund seines Kirchenmusikstudiums nicht mehr regelmäßig zur Verfügung stand. So sei es dazu gekommen, dass der Vater immer öfter den Sohn vertreten musste und schließlich fest engagiert werden konnte.

Zu Dietrich Kurths Kirchenarbeit zählte auch die Destedter Kantorei, die 1976 gegründet und zwei Jahre später von ihm bis zur Auflösung 2014 geleitet wurde. Unter Kurths Leitung hatten die Sänger fast vier Jahrzehnte Konzerte zu besonderen Festen des Kirchenjahres gestaltet. „Die Qualität der kirchenmusikalischen Arbeit war über die Grenzen unseres Pfarrverbandes hinaus bekannt“, verdeutlichte Wilhelms mit einigen Beispielen. Für die besonderen Leistungen wurde Dietrich Kurth auch 2006 der Titel „Kantor“ vom Landeskirchenamt verliehen. In den drei Jahrzehnten als Organist habe der Destedter auch stets seine Urlaubstage so gelegt, dass möglichst wenig Gottesdienste vertreten werden mussten. Seine Frau Gunde habe ihn stets bei seinem Orgeldienst unterstützt. „Mit Dir geht eine Ära zu Ende. Wir werden Dich auf der Orgelbank sehr vermissen“, betonte die Kirchenvorstandsvorsitzende.  

Von der Patronatsfamilie von Veltheim und dem Kirchenvorstand wurden Präsente überreicht, einen kräftigen Beifall gab es auch von der Gemeinde. Der Festgottesdienst klang mit einem Imbiss und einem Glas Wein beziehungsweise Sekt aus. Einen Nachfolger für Kurth gebe es laut Pfarrer Thomas Posten derzeit nicht. Die kommenden Gottesdienste müssten ohne Orgel oder auf anderen Instrumenten begleitet werden. 


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