Von einem der neuen Balkone schauten sich die Projektbeteiligten die beiden neuen Wohnkomplexe an (v. l.): Bürgermeister Detlef Kaatz, Architektin Dagmar Brick, Thomas Schaaf, Landrätin Christiana Steinbrügge, Marlies Pessel, Claus Pahlitzsch, Architekt Björn Sellge sowie der TGA-Fachplaner Mathias Becker.

Wohnhäuser Im Rübenkamp in Cremlingen sind bezugsfertig

Hochwertiger Laminat-Fußboden in schicker Holzoptik, helle weiße Wände und barrierefreie Bäder - die Wohnhäuser in der Straße „Im Rübenkamp“ sind so gut wie fertiggestellt. Mit den Hausnummern 19 und 20 geht ein Bauprojekt zu Ende, das gerade einmal ein Jahr gedauert habe.

Anfang 2016 hatte der Gemeinderat den Bau von zwei Wohnhäusern im Mischgebiet beschlossen und dafür knapp zwei Millionen Euro bereit gestellt. Bei einem Pressegespräch am Montagnachmittag waren gerade die Küchenbauer beschäftigt. Bis zum Monatsende werden noch die Außenanlagen hergerichtet, denn ab September soll alles bezugsfertig sein. Bei den beiden Wohnhäusern handelt es sich um sozialen Wohnungsbau auf Gemeindegrundstück. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt des Landkreises und der Einheitsgemeinde - finanzielle Mittel flossen jedoch nur aus dem Cremlinger Rathaus. Der Landkreis entlastete und unterstützte bei der Planung. Die Wohnhäuser bieten Platz für 40 Bewohner. Zunächst werden 30 anerkannte Asylbewerber einziehen.

Ausgangslage war vor zwei Jahren die hohe Flüchtlingszuwanderrate in Verbindung der Zuweisung auf die Kommunen, erklärte Landrätin Christiana Steinbrügge. „Schneller Wohnraum musste her. Eine Con-
tainerlösung wäre auch nicht nachhaltig gewesen.“ Als Alternative wurde eine Lösung gefunden, die wohl auch im Nachhinein viele Vorteile bietet. „Die Bauweise lässt verschiedenste Nutzungen zu. Sowohl das Wohnen für Geringverdiener, Bedürftige, ältere und behinderte Menschen als auch für Familien und Alleinerziehende ist das Wohnen möglich. Eine Umnutzung für soziale und gewerbliche Zwecke ist jederzeit machbar“, so Bürgermeister Detlef Kaatz. Steinbrügge ergänzt: „Wir wollten keine Klötze haben. Wir wollten flexible Grundrisse mit moderaten Wohnungsgrößen in energetisch hochwertiger kompakter Bauform.“ Die Gemeinde habe als erste Kommune dieses Modellhaus-Konzept des Landkreises umgesetzt.         

Für den Fachbereichsleiter „Bauen, Wohnen, Umwelt“ der Gemeinde, Thomas Schaaf, war es wohl auch ein besonderes Bauprojekt. „Wir haben finanziell bisher eine Punktlandung hingelegt“, sagte er. Die beiden Komplexe seien mit jeweils 860.000 Euro geplant worden, die Außenanlagen mit 200.000 Euro. Mehr als die Hälfte der Gewerke konnte an regionale Firmen vergeben werden. Und auch aus energetischer Sicht wurde mehr gemacht als die Energieeinsparverordnung (EnEV) gesetzlich fordert. „Eine Luft-Wärme-Pumpe versorgt die Heizkörper mit Wärme aus der Umwelt“, erklärte der Fachplaner Mathias Becker. Hinzukommt eine Photovoltaikanlage mit jeweils 100 Quadratmeter Solarfläche. Im Erdgeschoss gebe es jeweils vier Zwei-Zimmer-Wohnungen. „Eine davon soll zur sozialen Beratung und als Koordinierungstelle für Jugend, Senioren und Flüchtlinge genutzt werden“, sagte Marlies Pessel, Fachbereichsleiterin für Zentrale Aufgaben, Schule, Sport und Soziales bei der Gemeinde. In den beiden Obergeschossen gebe es hingegen jeweils drei Vier-Zimmer-Wohnungen. 

Aber auch die beiden Planer für die Architektur, Dagmar Brick und Björn Sellge, betonten die Vorteile der Holzständerbauweise, die für einen guten sommerlichen- und winterlichen Wärmeschutz sorgten. Da auch der Unterbringungsdruck für Flüchtlinge nicht mehr vorliege, sei auch deshalb die Unterbringung nicht in den beiden Wohnhäusern geplant. Kaatz: „Für Flüchtlinge und Asylbewerber nutzen wir weiterhin die bisherigen Unterkünfte.“ Die Mietpreise im sozialen Wohnungsbau seien hingegen gesetzlich festgelegt: „85 Quadratmeter kosten knapp 600 Euro“, so Pessel abschließend.


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