Polizeioberkommissar Frank Oppermann (Mitte) übergab den Lebenshilfe-Werkstätten Wolfenbüttel fast zwei dutzend neuwertige Handwerkzeuge. Mit den Beschäftigten Bennet Eicke (links), Lutz Friese (rechts) und Andreas Francke (2. v. r.) freuen sich Gruppenleiter Sandro Bölken (2. v. l.), Sabrina Schulze und Axel Koßmann (2. v. r. hinten)

Ungewöhnliche Spende für die Beschäftigten der Lebenshilfe-Werkstätten

Die Beschäftigten der Lebenshilfe-Werkstätten freuen sich über 22 neuwertige Handwerkzeuge, die ihnen von der Polizei Wolfenbüttel überreicht wurden.

Es ist keine gewöhnliche Spende, die in diesen Tagen in der Werkstatt für Industriearbeit (WIR) übergeben wurde. „Die Werkzeuge stammen aus einem Diebstahl- und Hehlereiverfahren und lagen seit über zwei Jahren in unserem Lager – teilweise noch originalverpackt“, sagt der Polizeioberkommissar und Pressesprecher der Polizei Wolfenbüttel, Frank Oppermann. Da keine rechtmäßigen Besitzer ermittelt werden konnten, gab die Staatsanwaltschaft Braunschweig das ehemalige Diebesgut als Spende an eine gemeinnützige Einrichtung frei. „Als Wolfenbütteler wollten wir natürlich, dass die Sachen einer Organisation vor Ort übergeben werden“, erklärt er. Beim ersten Anruf der Polizei sei ihr allerdings der Atem gestockt, gibt die stellvertretende Werkstattleitung der WIR, Sabrina Schulze, zu: „Es hätte auch einem unserer Beschäftigten etwas passiert sein können.“ Für die Lebenshilfe-Werkstätten, zu denen auch die WIR gehört, ist diese Spende ein Glücksfall. „Über das Jahr gesehen, brauchen wir viele Maschinen und Geräte, die entsprechend schnell verschleißen und ersetzt werden müssen“, erzählt Axel Koßmann von der Lebenshilfe Helmstedt-Wolfenbüttel. Und Schulze ergänzt: „Viele der neuen Maschinen sind Haushaltsgeräte, die wir eher selten einsetzen – aber brauchen! Nicht jeder der Beschäftigten kommt aus der industriellen Fertigung und fühlt sich als Anfänger wohler, wenn er klein einsteigen kann.“ Gemeinsam mit Lebenshilfe-Werkstattleiter Carsten Druba will sie in den nächsten Tagen zuordnen, welche Geräte in welcher Einrichtung am sinnvollsten eingesetzt werden können. Insgesamt 22 einzelne Posten – von Zangen über Akkuschrauber und Winkelschleifer hin zu Freischneidern und Motorsägen – können verteilt werden.

In der Werkstatt an der Halchtersche Straße sind zurzeit 57 Personen mit psychischen Erkrankungen oder Behinderungen beschäftigt. Je nach Art und Schwere der Beeinträchtigung werden die Beschäftigten in unterschiedlichen Arbeitsbereichen individuell gefördert, um den persönlichen, sozialen und berufspraktischen Anforderungen im Arbeitsleben begegnen zu können. „Im Bereich der Metallbearbeitung fertigen wir beispielsweise kleine Rolltische und massive Tischgestelle für andere Arbeitsbereiche, aber auch Kundenaufträge wie absolut haltbare Sitzbänke“, so Schulze.


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