Verkehrswacht, Polizei, Wolf-Apotheke und B.A.D.S. informierten: „Alkohol, Drogen und Medikamente am Steuer“

Wolfenbüttel. Allein von Januar bis Juni 2017 fanden 67 gemessene Trunkenheitsfahrten, davon 11 mit Verkehrsunfällen in Stadt und Landkreis Wolfenbüttel statt. Und auch Drogen und Medikamente spielen in der Statistik eine Rolle.

Aus diesem Anlass informierten am gestrigen Sonnabend die Verkehrswacht Wolfenbüttel, die Polizei, die Wolf-Apotheke und der Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (B.A.D.S.) bei einer Veranstaltung in der Fußgängerzone zum Thema „Alkohol-, Drogen- und Medikamentenmissbrauch im Straßenverkehr“.

 

Dabei wurden die Passanten in Gesprächen und mit Flyern aufgeklärt und konnten im aufgebauten Rauschbrillen-Parcours sowie im Realo-Fahrsimulator erfahren, wie sich Trunkenheit im Straßenverkehr auswirkt. Der Realo-Fahrsimulator bestand aus einem realen Auto, vor dem eine Leinwand die Straße abbildete, so dass ganz normal mit Gas und Bremse „gefahren“ werden konnte. Den Passanten wurde dabei erst eine Fahrt ohne Alkoholeinfluss simuliert und anschließend eine mit ungefähr 0,5 Promille. Die Unterschiede waren deutlich ersichtlich: Tunnnelblick, verschwommene Bereiche, langsame Reaktion und Schlangenlinien. 

Viele der „Probanden“, die die Fahrt im Simulator absolvierten, waren erschrocken, dass sich ein Wert von 0,5 Promille bereits so deutlich auswirkt. Dabei hat man diese schnell erreicht, denn alkoholische Getränke gehören in unserer Gesellschaft bei vielen Anlässen einfach dazu. Auf Feiern und Festen, genauso wie das Glas Rotwein beim gemütlichen Abendessen. 

Schon mit 0,5 Promille Alkohol im Blut begeht man eine Ordnungswidrigkeit, die mit 500 Euro Bußgeld,  zwei Punkten im Verkehrszentralregister und einen Monat Fahrverbot geahndet wird. Der Grenzwert für die absolute Fahrunfähigkeit liegt bei 1,1
Promille. Strafbar kann sich jedoch jeder schon ab 0,3 Promille machen, wenn ein Fahrfehler gemacht wird oder ein Unfall verursacht wird. Wird als Fahranfänger und Kraftfahrer in der Probezeit gegen die 0,0 Promille verstoßen, folgen ein Bußgeld von 250 Euro und ein Punkt. 

Eine nicht zu unterschätzende Gefahr geht auch von dem sogenannten Restalkohol aus. 

Drogenmissbrauch stellt ebenfalls eine große Gefahr im Straßenverkehr dar. Nach Genuss, Konsum oder Einnahme von beispielsweise Kokain, Heroin, Cannabis und LSD kann es teils zu enormen Wahrnehmungsstörungen und einer Veränderung des Reaktionsvermögens kommen. Jegliche Auswirkungen lassen die Teilnahme am Straßenverkehr, sei es mit Auto, Lkw, Motorrad, mit dem Fahrrad oder teilweise auch als Fußgänger, zu einer unberechenbaren Gefahr für sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer werden. 

Ebenfalls ist Vorsicht geboten bei Einnahme von Schmerzmitteln, blutzuckersenkenden und blutdrucksenkenden Mittel sowie bei Augen-wirksamen Arzneien. Durch die Nebenwirkungen der Substanzen können viele verschiedene Gefährdungen auftreten. 

Das Team der Verkehrswacht Wolfenbüttel sowie Polizei und B.A.D.S. mahnt deshalb: Bei der Einnahme von Alkohol, Drogen und speziellen Medikamenten sollte für jeden gelten: Finger weg vom Steuer!

iSt

Auf dem Foto: Bei der Informationsveranstaltung gestern in der Fußgängerzone (von links): Horst Bittner (Vorstand Verkehrswacht), Simone Hartmann von der Polizei, Susanne Hille von der Wolf-Apotheke, Gerhard Schmidt, Gerhard Lange, Vorsitzender Wolfgang Gürtler und Manfred Reichert (alle Verkehrswacht) sowie Antonia Tappe und Thomas Stegelitz vom B.A.D.S. 


ANZEIGE