Für das Schaufenster stellten sich zum Foto (v. l.): Charlotte Papendorf, Dr. Ute Pott, Axel Richter, Prof. Dr. Sabine Schormann (Stiftungsdirektorin der Niedersächsischen Sparkassen), Christiana Steinbrügge, Dirk Neumann, Regina Bollmeier und Prof. Dr. Christoph Helm.

Heute Tag der offenen Tür zur Wiedereröffnung des Till Eulenspiegel-Museums

Nach einer Sanierungs- und Umbauzeit von 13 Monaten öffnete das Till Eulenspiegel-Museum am gestrigen Samstag wieder seine Türen.

„Überraschen! Irritieren! Widersprechen!“ lautet das Motto der neuen Dauerausstellung und lässt einen völlig neuen Blick auf die ja eigentlich seit mehr als 500 Jahren bekannte Figur Eulenspiegel zu. Die Besucher dürfen ab sofort gespannt sein auf eine lebendige und weitaus farbigere Ausstellung, welche die Besucher aktiviert und ihre Neugier weckt. Ziel ist es, die mit dem Museum verbundenen Besucher zu behalten und neue, darunter besonders auch Familien mit kleinen Kindern und Jugendliche, für das Museum zu begeistern.

Der Blickfang im Eingangsbereich ist eine Wand mit neun verschiedenfarbigen Köpfen. Einige kann man sofort als Eulenspiegel erkennen, andere nicht so leicht. Hier geht es mit den Überraschungen, den Irritationen und den Widersprüchen schon los. Die Farben und die Köpfe werden den Besucherinnen und Besuchern in den einzelnen Abteilungen der Ausstellung wieder begegnen und dort ihre wahre Bedeutung offenbaren.

Die überraschende und irritierende Widersprüchlichkeit Eulenspiegels als Botschaft mit der überraschenden Farbgestaltung der Räume ist das eine Merkmal der neugestalteten Ausstellung. Hier wird der Facettenreichtum Eulenspiegels in besonderem Maße aufgegriffen und die unterschiedlichen Geschichten in Einklang gebracht. Das andere Merkmal ist die Inklusion, die in Taststationen, in einem Mediaguide mit Hörspur für alle Texte sowie mit einer Spur in leichter Sprache und unterfahrbaren Einbauten schon zu erkennen ist und in den Wochen nach der Eröffnung gemeinsam mit Betroffenen so gesteigert werden soll, dass der Anspruch, in Zukunft ein möglichst barrierefreies Museum zu sein, dann erfüllt werden kann.

„Die neue Ausstellung ist ein richtiger Knüller“, freute sich Samtgemeindebürgermeisterin Regina Bollmeier am Donnerstag auf die bevorstehende Wiedereröffnung. 

Mit dem Umbau des Museums, das sich übrigens bereits seit 1961 in dem 1905 erbauten und 1996 erweiterten Gebäude an der Nordstraße in Schöppenstedt befindet, wurde im September 2016 begonnen. Hierfür wurden die hiesigen Fachfirmen der Samtgemeinde beauftragt. Schnell wurde jedoch klar, dass es mit dem gesetzten Zeitrahmen Probleme geben könnte. Bereits zu Beginn der baulichen Aktivitäten musste im Rahmen der kompletten Dach-erneuerung festgestellt werden, dass es bereits Durchfeuchtungen gegeben hat und Balkenlagen in Mitleidenschaft gezogen waren. Hierdurch war vor dem weiteren Innenausbau erst eine Abtrocknungsphase erforderlich, was zu einer nicht unerheblichen Zeitverzögerung führte, so dass mit den Innenarbeiten erst im Dezember 2016 begonnen werden konnte. Zudem haben die brandschutzrechtlichen und sicherheits-technischen Arbeiten ein breiteres Zeitfenster eingenommen, als ursprünglich geplant. Und auch der Weg zu einem inklusiven Museum erforderte einen hohen Zeitaufwand, da es bisher nur wenige inklusive Museen gibt, auf deren Erfahrungs- und Umsetzungshinweise man zurückgreifen konnte. 

Zudem bieten Baumaßnahmen in einem sanierungsbedürftigen Museums-Altbau immer wieder Überraschungen, die man auch im Till Eulenspiegel-Museum erleben musste, mit dem Gefühl, dass Till Eulenspiegel hin und wieder seine Finger im Spiel hatte.  

Ein Dank an die vielen beteiligten Fachfirmen der Region, die alle trotz teilweise schwieriger Umstände hervorragende Arbeit geleistet hätten, sprach Projektleiter Henry Frommert aus. 

Die Gesamtmaßnahme umfasst einen Kostenumfang von rund 750.000 Euro. Die Finanzierung des Projektes erfolgt zu ungefähr 90 Prozent über großzügige Zuwendungen der Stiftung Niedersachsen, Nds. Sparkassenstiftung, Braunschweigischen Stiftung, Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften und Museen, Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Till EulenspiegelmuseumsStiftung, Curt Mast Jägermeister Stiftung, Zukunftsfonds Asse gGmbH sowie der Stiftung Zukunftsfonds Asse. Die Fördermittel belaufen sich auf 678.900 Euro gesamt. 

Die Samtgemeinde Elm-Asse trägt einen Anteil in Höhe von ungefähr 70.000 Euro, der für die erfolgte Dachsanierung eingesetzt wurde. 

Bei der offiziellen Eröffnung am gestrigen Samstag kamen neben den Verantwortlichen für die Neugestaltung Vertreterinnen und Vertreter der Politik und der Stiftungen zu Wort, die das Projekt unterstützt haben. Der Liedermacher Dieter Huthmacher aus Pforzheim umrahmte die offizielle Eröffnungsfeier mit Eulenspiegel-Stücken. 

Am heutigen Sonntag findet im Rahmen der Wiedereröffnung von 11 bis 16 Uhr ein „Tag der offenen Tür“ mit freiem Eintritt statt. Alle Bürgerinnen und Bürger sowie Interessierte und Eulenspiegelbegeisterte sind herzlich willkommen, sich die neue Ausstellung anzuschauen. Um 16 Uhr führt Simone Weiß mit Schülerinnen und Schülern der Realschule Nibelungen Braunschweig ein Eulenspiegel-Puppentheaterstück vor.

Im Anschluss findet ab 17 Uhr ein Eulenspiegelkonzert mit dem Liedermacher Dieter Huthmacher statt. Unter dem Motto „Musikalische Eulenspiegeleien“ bringt er in und mit seinen Liedern die Eulenspiegel-Historien auf den Punkt. Der Eintritt für das Konzert kostet 11 Euro. 

Die nächsten Veranstaltungen in den „Eröffnugswochen“: 

• Dienstag, 3. Oktober, 15.11 Uhr: „Eulenspiegel in Ost und West“ – Themenführung zum Tag der Deutschen Einheit mit Alexander Schwarz. 

• Sonntag, 8. Oktober, 14 Uhr: „In 2 Stunden von Rom nach Dänemark“ – Öffentliche Führung durch „Schöppenstedt als Buch“ und das Till Eulenspiegel-Museum mit Kaffee und Kuchen. Treffpunkt Marktplatz, Anmeldung unter Telefon 05332-6158. 

Weitere Veranstaltungen finden Sie im Internet unter www.eulenspiegel-museum.de. 

Öffnungszeiten des Museums: Dienstag - Freitag 14 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag und an Feiertagen 11 bis 17 Uhr. 


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