Museumsleiterin Charlotte Papendorf mit verschiedenen fremdsprachigen Ausgaben des Kinderbuch-Klassikers von Erick Kästner.

Till-Eulenspiegel-Museum – viele Gäste bei Eröffnung und Tag der offenen Tür

Über ein Jahr lang war das Eulenspiegel-Museum wegen der Sanierungs- und Umbauarbeiten geschlossen – am 30. September wurde es offiziell wiedereröffnet, und am 1. Oktober im Rahmen eines Tages der offenen Tür bestand es seine erste Feuerprobe im Rahmen eines Tages der offenen Tür mit Glanz und Gloria.

Die zahlreichen Besucher – Jung und Alt aus der gesamten Region – waren voll des Lobes und zeigten sich begeistert über die gelungene Neugestaltung.

Die seit mehr als 500 Jahren bekannte Figur Till Eulenspiegel wird jetzt in einem sehr modernen Rahmen präsentiert: Die Besucher erwartet eine lebendige und weitaus farbigere Ausstellung, die die Betrachter aktiviert und ihre Neugier weckt. Trotz der zahlreichen Neuerungen will man die bislang mit dem Museum verbundenen Besucher behalten und neue, darunter besonders auch Familien mit kleinen Kindern und Jugendliche, für das Museum begeistern.

Gleich im Eingangsbereich zieht eine Wand mit neun verschiedenfarbigen Köpfen die Aufmerksamkeit auf sich. Einige kann man sofort als Eulenspiegel erkennen, andere nicht so leicht. Hier geht es mit den Überraschungen, den Irritationen und den Widersprüchen schon los, denn so lautet der Titel der neuen Dauerausstellung. Die Farben und die Köpfe werden den Besuchern in den einzelnen Abteilungen der Ausstellung alle wieder begegnen und dort ihre wahre Bedeutung offenbaren.

Die überraschende und irritierende Widersprüchlichkeit Eulenspiegels als Botschaft mit der überraschenden Farbgestaltung der Räume ist das eine Merkmal der neugestalteten Ausstellung. Hier wird der Facettenreichtum Eulenspiegels in besonderem Maße aufgegriffen und die unterschiedlichen Geschichten in Einklang gebracht. Das andere Merkmal ist die Inklusion, die in Taststationen, in einem Mediaguide mit Hörspur für alle Texte sowie mit einer Spur in leichter Sprache und unterfahrbaren Einbauten schon zu erkennen ist und in den Wochen nach der Eröffnung gemeinsam mit Betroffenen so gesteigert werden soll, dass der Anspruch, in Zukunft ein möglichst barrierefreies Museum zu sein, dann erfüllt werden kann.

Mit dem Umbau des Museums, das sich übrigens bereits seit 1961 in dem 1905 erbauten und 1996 erweiterten Gebäude an der Nordstraße in Schöppenstedt befindet, wurde im September 2016 begonnen. Hierfür wurden Fachfirmen der Samtgemeinde beauftragt. Schnell wurde jedoch klar, dass es mit dem gesetzten Zeitrahmen Probleme geben könnte. Bereits zu Beginn der baulichen Aktivitäten musste im Rahmen der kompletten Dacherneuerung festgestellt werden, dass es bereits Durchfeuchtungen gegeben hat und Balkenlagen in Mitleidenschaft gezogen waren. Hierdurch war vor dem weiteren Innenausbau erst eine Abtrocknungsphase erforderlich, was zu einer nicht unerheblichen Zeitverzögerung führte, so dass mit den Innenarbeiten erst im Dezember 2016 begonnen werden konnte. Zudem haben die brandschutzrechtlichen und sicherheitstechnischen Arbeiten ein breiteres Zeitfenster eingenommen, als ursprünglich geplant. Und auch der Weg zu einem inklusiven Museum erforderte einen hohen Zeitaufwand, da es bisher nur wenige inklusive Museen gibt, auf deren Erfahrungs- und Umsetzungshinweise man zurückgreifen konnte. Zudem bieten Baumaßnahmen in einem sanierungsbedürftigen Museums-Altbau  immer wieder Überraschungen, die man auch im Till Eulenspiegel-Museum erleben musste, mit dem Gefühl, dass Till Eulenspiegel hin und wieder seine Finger im Spiel hatte.  

Ein Dank an die vielen beteiligtenFachfirmen der Region, die alle trotz teilweise schwieriger Umstände hervorragende Arbeit geleistet hätten, sprach Projektleiter Henry Frommert aus. 

Die Gesamtmaßnahme umfasst einen Kostenumfang von rund 750.000 Euro. Die Finanzierung des Projektes erfolgt zu ungefähr 90 Prozent über großzügige Zuwendungen der Stiftung Niedersachsen, Nds. Sparkassenstiftung, Braunschweigischen Stiftung, Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften und Museen, Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Till EulenspiegelmuseumsStiftung,  Curt Mast Jägermeister Stiftung, Zukunftsfonds Asse gGmbH sowie der Stiftung Zukunftsfonds Asse. Die Fördermittel belaufen sich auf 678.900 Euro gesamt. 

Die Samtgemeinde Elm-Asse trägt einen Anteil in Höhe von ungefähr 70.000 Euro, der für die erfolgte Dachsanierung eingesetzt wurde. 

Bei der offiziellen Eröffnung kamen neben den Verantwortlichen für die Neugestaltung Vertreterinnen und Vertreter der Politik und der Stiftungen zu Wort, die das Projekt unterstützt haben. Der Liedermacher Dieter Huthmacher aus Pforzheim umrahmte die offizielle Eröffnungsfeier mit Eulenspiegel-
Stücken. 

Die nächsten Veranstaltungen in den „Eröffnungswochen“: Heute, Sonntag, 8. Oktober, 14 Uhr: „In zwei Stunden von Rom nach Dänemark“ – öffentliche Führung durch „Schöppenstedt als Buch“ und das Till-Eulenspiegel-Museum mit Kaffee und Kuchen. Treffpunkt Marktplatz, Anmeldung unter 05332-6158. 

Weitere Veranstaltungen findet man im Internet unter www.eulenspiegel-museum.de. 

Öffnungszeiten des Museums: Dienstag bis Freitag von 14 bis 17 Uhr, Sonnabend und Sonntag von 11 bis 17 Uhr. 

Till-Eulenspiegel-Museum, Nordstraße 4a, 38170 Schöppenstedt, Telefon 05332/6158, www.eulenspiegel-museum.de. Das Museum ist barrierefrei zugänglich. Parkplätze gibt es auf dem nahe gelegenen Elm-Asse-Platz.


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