Netzleitstelle und Störungsbereitschaft sind an 365 Tagen rund um die Uhr besetzt – auch an Weihnachten und Silvester.

Stadtwerke Wolfenbüttel investieren 100.000 Euro in Netzleitstelle

Ein Augenpaar huscht von Bildschirm zu Bildschirm: Es blinkt, klingelt, gongt immer mal wieder in der abgedunkelten Netzleitstelle der Stadtwerke Wolfenbüttel. Hier wacht ein diensthabender technischer Mitarbeiter über die Versorgung mit Strom, Gas, Wasser, Telekommunikation und Ampelanlagen der rund 56.000 Einwohner der Welfenstadt. Auf acht Monitoren sind in Diagrammen die einzelnen Versorgungsnetze schematisch dargestellt. Über sie behält der Techniker die Netze des Unternehmens stets im Auge.

Keine Störung einer Gasleitung, keine Unterbrechung im Stromnetz, kein Ausfall einer Anlage in der Wasserversorgung bleibt von dem Netzwächter unentdeckt. Funktioniert irgendwo etwas nicht, alarmiert er umgehend die Rufbereitschaft. Und die ist an jedem noch so entfernten Winkel des Netzes in spätestens 30 Minuten vor Ort – um Fehler zu orten, Störungen zu beheben und für Sicherheit zu sorgen. Nacht- oder Wochenendeinsätze gehören da ganz selbstverständlich dazu. 

Netzleitstelle und Störungsbereitschaft sind an 365 Tagen rund um die Uhr besetzt – auch an Weihnachten und Silvester. Die Mitarbeiter der Stadtwerke gewährleisten so, dass die Menschen in Wolfenbüttel gut versorgt sind mit Elementarem wie Energie und Trinkwasser. „Wir haben in Wolfenbüttel eine extrem hohe Versorgungsqualität; Störungen sind sehr selten“, sagt Matthias Tramp, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Wolfenbüttel, und fügt an: „Dazu trägt neben leistungsfähigen und gut gewarteten Netzen auch die kontinuierliche Überwachung und schnelle Einsatzbereitschaft bei.“ In die Netzleitstelle investieren die Stadtwerke Wolfenbüttel aktuell rund 100.000 Euro. Sie installieren dort eine Großleinwand, auf der das gesamte Netz für einen noch besseren Überblick abgebildet ist und in die Modernisierung der Räumlichkeit.  

Der Bereitschaftsdienst arbeitet im Drei-Schicht-Betrieb: Sieben hochqualifizierte Leute sind immer einsatzbereit und über einen unabhängigen Betriebsfunk erreichbar. Unterstützt werden sie durch modernste Ortungstechnik. „Wir haben im Hof einen eigenen Kabelmesswagen stehen für Störungen im Stromnetz“, erklärt Matthias Tramp, „das ist ein Riesenvorteil, den viele andere Unternehmen unserer Größe nicht haben. Mit ihm sind wir schnell vor Ort und können in Kabelstrecken bis auf wenige Zentimeter genau eingrenzen, wo ein Fehler aufgetreten ist. Dort graben wir dann auf und reparieren die defekte Stelle.“ Auch Tief- und Rohrbaufirmen sind über feste Verträge in den Bereitschaftsplan der Stadtwerke Wolfenbüttel integriert.

„Meistens merkt der Verbraucher gar nicht, dass es eine Störung in der Versorgung gab, weil ein Großteil davon extrem kurz ist“, informiert der technische Geschäftsführer nicht ohne Stolz. „Unser Stromnetz zum Beispiel ist in Ringen konzipiert. Das heißt: Hat eine Leitung ein Problem, können wir die Strecken abschalten und von der anderen Seite her versorgen. Solche Umschaltungen können wir von der Netzleitstelle aus koordinieren und fernsteuern.“ Auch im Gas- und Wassernetz können bestimmte Anlagen von der Leitwarte nicht nur fernüberwacht, sondern auch zu- oder abgeschaltet werden. Notstromaggregate stehen ebenfalls bereit. Sie können helfen, die Versorgung bei größeren Störungen provisorisch herzustellen, bis der Schaden repariert ist. 

Wie fachlich fit und eingespielt der Bereitschaftsdienst und die Leute der Netzleitstelle sind, haben die Stadtwerke Wolfenbüttel erst kürzlich beim Hochwasser wieder bewiesen. In dieser außergewöhnlichen Situation mussten sie nicht nur einen kühlen Kopf bewahren, um die Arbeiten richtig zu priorisieren. Im ersten Schritt ging es vor allem um Sicherheit. Es musste auch jeder Handgriff sitzen, die Prozesse perfekt funktionieren und die Mannschaft schnell aufgestockt werden. So waren Ende Juli in den schlimmen Nächten und Tagen statt sieben bis zu 13 Mitarbeiter der Stadtwerke Wolfenbüttel im Einsatz, um nach dem Hochwasser die Stromversorgung wieder herzustellen. Die Zusammenarbeit mit Hilfs- und Rettungskräften klappte einwandfrei. „Am Rosenwall hat es die Stromversorgung am schlimmsten getroffen“, erinnert sich Matthias Tramp. „Wir konnten dort am 29. Juli, nachdem das Wasser abgelaufen und die Trafostation repariert war, die Stromversorgung Stück für Stück wieder aufbauen und Verbraucher sukzessive zuschalten.“ Aus diesem Hochwasser zieht das Unternehmen vorsorglich Konsequenzen und setzt beispielsweise jetzt Trafostationen höher. „Bei uns stehen alle zusammen und helfen sich gegenseitig, das ist sehr wichtig“, erklärt Matthias Tramp und ergänzt: „Ich danke an dieser Stelle nochmal allen Beteiligten herzlich für ihr großes Engagement und den vorbildlichen Einsatz unter schweren Bedingungen.“  Als großen Vorteil für die Versorgungsqualität sieht er auch die profunde Ortskenntnis seiner Mitarbeiter. Sie stammen fast alle aus Wolfenbüttel und Umgebung und kennen von daher die Örtlichkeiten genau. „So etwas können nur Stadtwerke. Die reinen Strom- und Gasanbieter, wie  Yellow, Vattenfall und Co kümmern solche Themen nicht“, resümiert Matthias Tramp. 


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