Von links Elke Thomas, Eva-Maria Ruppert, Rosemarie Heuer und Dagmar Ammon vom Hospizverein-Vorstand mit Dr. Martin Kreuels.

Hospizverein Wolfenbüttel mit Vortrag von Dr. Martin Kreuels

Trauern muss nicht mit Tod zu tun haben. Auch Jobverlust oder der Verlust der Libido verursacht Trauer. So oder so: „Trauer kann krank machen.“ Das sagte Dagmar Ammon vom Vorstand des Hospizvereins Wolfenbüttel gestern Abend beim Vortrag mit dem Thema „Männer trauern anders“ im Rathaussaal.

Sie begrüßte einen Redner, der sich mit Trauer sehr gut auskennt: Dr. Martin Kreuels. Der 48-jährige Biologe ist selbst betroffen, seit- dem er 2009 seine Frau verlor – und mit den vier Kindern zu trauern begann. Heute ist Kreuels ein Kenner auf dem Gebiet der Trauer, schrieb ein Buch dazu und bildet Trauerbegleiter aus. „Ich biete den ersten reinen Männerkurs an“, sagt der Wahl-Ostfriese, der in seiner neuen Heimat in Bunde ansässig ist. Daneben bietet er Sprechstunden in Leer und im Oderwald an. Und: „Die sind voll.“ Es ist ein Thema, über das gesprochen werden muss. Der Grund, warum Männer anders trauern als Frauen, liegt in der Biologie. Stichwort: Gehirnzentrum. Doch es braucht auch Männer, die  sich mit Trauer auskennen. Noch liegt der Anteil an männlichen Trauerbegleitern hierzulande bei zehn Prozent. „Da ist Bedarf. Männer sind notwendig.“ In Wolfenbüttel ist es das Ziel, eine Männer-Trauergruppe zu schaffen. Kreuels gab gestern „Impulse“, wie Ammon anmerkte.  Dass Männer, die eben anders ticken als Frauen, benötigt werden, verdeutlichte Kreuels: „Männer verfügen über eine andere Art der Kommunikation.“ Der Umgang mit Trauer ist eine diffizile Angelegenheit. Wie reagiert man? Wie im Sterben gibt es auch beim Trauern „unterschiedliche Phasen“. Fakt ist: Trauern heißt Abschied nehmen. Es ist wichtig, um nicht krank zu werden.


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