Eve von Sassen, Dr. Peter Cordes, Panagiotis Orfanos, Dr. Léonie F. Kerper sowie Dr. Nils Beiser informierten beim Patienteninformationsabend zum Thema „Multimodale und integrative Schmerztherapie“.

Patienteninformationsabend zum Thema chronische Schmerzen

Seit fast zwei Jahren werden im Klinikum Wolfenbüttel stationär Menschen mit chronischen Schmerzen behandelt. Dies nahm das Team der multimodalen stationären Schmerztherapie erneut als Anlass, interessierte Patienten zu einem Informationsabend am gestrigen Dienstag in das Konferenzzentrum des Städtischen Klinikums einzuladen.

Inhalt der abendlichen Vorträge waren die Bausteine der „multimodalen“ und der sogenannten „integrativen“ Schmerztherapie vorzustellen und den Zuhörer über Behandlungsmöglichkeiten und Ziele aufzuklären.

Etwa 20 Millionen Menschen in Deutschland haben nach Angaben der Patientenorganisation Deutsche Schmerzliga e. V. immer wiederkehrende oder chronische Schmerzen – das ist immerhin ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung. Auf den Landkreis Wolfenbüttel heruntergebrochen dürften rund 10.000 Bewohner betroffen sein. In den letzten zwei Jahren wurden im Klinikum Wolfenbüttel über 200 Patienten stationär und multimodal wegen ihrer chronischen Schmerzen behandelt. 

Und das große Interesse an der gestrigen Informationsveranstaltung bewies eindrucksvoll, dass auch weiterhin viele Patienten unter chronischen Schmerzen leiden. Dr. Nils Beiser, Leiter der Schmerzmedizin im Städtischen Klinikum, konnte zahlreiche Interessierte im Saal des Konferenzzentrums begrüßen, der bis auf den letzten Platz besetzt war. 

Die multimodale Schmerztherapie ist die modernste, wissenschaftlich fundierte Therapieform zur Behandlung chronischer Schmerzzustände.

Multimodal bedeutet, dass bei der Behandlung chronischer Schmerzen ein koordiniertes und interdisziplinäres Vorgehen angewandt wird. Das Ziel ist, in enger Absprache untereinander, mögliche Ursachen der Schmerzen zu erkennen und die jeweilige Therapie für den einzelnen Patienten zu gewährleisten. Um diese doch recht komplexe Therapie optimal zu ermöglichen, ist das Betrachten der Schmerz-Problematik  im Kontext der gesamten gesundheitlichen Patientensituation nötig.

Das feste Team der multimodalen Schmerztherapie besteht aus den Kollegen der Physiotherapie, der Psychologie bzw. Psychotherapie sowie aus dem medizinischen Bereich. Hinzu kommen Mitarbeiter der Ergotherapie oder Therapeuten aus ergänzenden Bereichen, wie dem asiatischen Kampfsport und der Bewegungstherapie. Bei speziellen Fragestellungen werden auch die Kollegen der weiteren Fachabteilungen hinzugezogen, so dass hier in einer Zusammenarbeit mit den chirurgischen oder internistischen Fachdisziplinen eine optimale und umfassende Therapie der Patienten stattfinden kann. Auch sogenannte komplementäre Verfahren werden angewendet. Hierzu können zum Beispiel die Akupunktur oder naturheilkundliche Verfahren gehören. So werden solche Verfahren in die bereits komplexe, multimodale Behandlung integriert und dem Patienten zusätzliche Möglichkeiten einer nebenwirkungsarmen Schmerztherapie ermöglicht.

Bevor Dr. Nils Beiser jedoch näher auf die Schmerztherapie einging, wurde erstmal erötert, was Schmerz überhaupt ist und wie er definiert wird. Dabei machte er deutlich „Schmerz ist nicht gleich Schmerz“. Die Zuhörer wurden über die Unterschiede von Akut- und chronischem Schmerz informiert. Auch auf die Schmerzbahnen und die Folgen chronischer Schmerzen ging er ein. 

Dr. Léonie F. Kerper  (Klinische Psychologie) erklärte, was Psychologie mit chronischen Schmerzen zu tun hat und Panagiotis Orfanos, Leiter Physiotherapie Städtisches Klinikum Wolfenbüttel sowie Dr. Peter Cordes, Facharzt für Neurologie, erörterten den Anwesenden in ihren Vorträgen anschließend die verschiedenen  Möglichkeiten der Therapien und den notwendigen organisatorischen Ablauf. 

Im Anschluss an die Vorträge hatten die Zuhörer außerdem noch die Möglichkeit, Fragen zu stellen, die die zuständigen Referenten gerne ausführlich beantworteten.

Wenn auch Sie mehr über das Thema Multimodale und integrative Schmerztherapie wissen möchten, können Sie sich mit der Klinik für Anästhesie, operative Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin im Städtischen Klinikum in Verbindung setzen.


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