Sebastian Drews war der Retter in der Not! Seit 2014 übernimmt der Wolfsburger Berufsfeuerwehrmann an manchen Tagen auch für die Gemeinde Cremlingen die Badeaufsicht im Freibad Hemkenrode. Am 30. Juli rettete er ein Mädchen in letzter Sekunde vor dem Ertrinken.

Kaatz: „Ohne Ehrenamt wäre nichts in der Gesellschaft möglich“

Mit einem Glas Sekt eröffnete Bürgermeister Detlef Kaatz am Freitagnachmittag die zweite Feierstunde der Gemeinde Cremlingen, bei der er Bürger für ihr langjähriges Engagement ehrte. An der Idee vom Vorjahr und dem feierlichen Rahmen wollte er wieder anknüpfen. Die Feierstunde fand demzufolge im Dorfgemeinschaftshaus in Gardessen statt. Neben den Hauptpersonen waren auch einige Verwaltungsmitarbeiter, Ratsmitglieder und Abordnungen der Feuerwehren dabei, um ihren persönlichen Dank auszusprechen. Bei seinen Laudationen erhielt Kaatz Unterstützung von seinen drei Stellvertretern Hermann Büsing, Harald Koch und Dr. Diethelm Krause-Hotopp.

„Ohne Ehrenamt wäre nichts in der Gesellschaft möglich“, begann Kaatz dann seine Rede. Alle zu ehrenden Personen gehörten zum täglichen Leben der Gemeinde und seien nicht wegzudenken. „Wir haben die Personen im Blick, die sich für das Gemeinwohl engagieren und verdient machen“, betonte er. Deshalb sei es für ihn auch selbstverständlich, einmal Danke zu sagen.  

Freudig zeigte sich der Bürgermeister, dass es in Cremlingen sehr viele Ehrenamtliche gibt. Und dazu zählten auch Seniorenkreise, die eine wichtige Aufgabe in der Gesellschaft übernehmen. Es werden regelmäßig Veranstaltungen organisiert und unzählige Aktionen angeboten zur Förderung des Miteinanders. „Mir ist die Arbeit der Seniorenkreise sehr wichtig und ich möchte mich dafür bedanken“, sagte Kaatz und ehrte Angelika Esau für ihre 15-jährige Tätigkeit als Seniorenkreisleiterin der Ortschaft Weddel. Harald Koch als Ortsbürgermeister schloss sich an und ergänzte die lobenden Worte: „Ich freue mich auf viele weitere Jahre guter Zusammenarbeit.“ Alfred Olbrich erhielt anschließend seine Ehrenurkunde für 20-jährige Tätigkeit als Seniorenkreisleiter in Gardessen. „Man gibt seine Freizeit und Flexibilität ab. Und wenn man jahrelang die Arbeit anbietet, ist es schwer, immer neue Ideen parat zu haben. Das erwarten aber die Senioren. Sie haben es geschafft“, gratulierte Kaatz auch für die zehnjährige Arbeit Olbrichs als Seniorenbeauftragter der Gemeinde. 

Weitere fünf Jahre mehr ist Klaus Becker für die Gemeinschaft aktiv. „Was sagt man bei einem Jubilar, der sich über 25 Jahre im Seniorenkreis engagiert? Das ist nicht einfach“, verdeutlichte Kaatz. Er beschrieb Becker als „Aushängeschild“ für die Gemeinde. In seinem Heimatort nimmt er auch seit vielen Jahren die Funktion des Ortsheimatpflegers wahr. Auch lobte Kaatz sein Engagement als Musiker und Dichter. Ein exzellenter Sketcheerzähler als „Hermann Heuer“ auf Plattdeutsch zeichne Klaus Beckers Engagement ebenfalls aus. Ortsbürgermeisterin Anzahl Hantelmann brachte es auf den Punkt: „Du bist eine große Bereicherung für unsere Ortschaft und darüber hinaus.“

Dann leitete Kaatz zur Ehrung zweier Brandmeister über. „Sie fallen im Raum am meisten durch ihre Uniformen auf.“ Gemeint waren die Brandschützer Winfried Horney aus Gardessen und Stefan Stolzki aus Destedt. „Wer über Jahre Verantwortung tags und nachts übernimmt und ständig in Bereitschaft ist, macht sich in besonderer Weise verdient“, so Kaatz und lobte die gut aufgestellten Feuerwehren. Für Sicherheit in der Gemeinde zu sorgen, sei das A und O. Kaatz erklärte auch, dass er beide schon seit der Jugendarbeit kenne, als er selbst noch Brandmeister in Hordorf gewesen sei. Horney war von 1992 bis 2010 Ortsbrandmeister, Stolzki von 1987 für sechs Jahre Stellvertreter und anschließend 24 Jahre Ortsbrandmeister bis Anfang dieses Jahres. Kaatz ernannte beide zu Ehrenbrandmeistern der Gemeinde Cremlingen. Gemeindebrandmeister Marcus Peters dankte und erklärte anschließend, dass man mindestens 18 Jahre lang im Amt für solch eine Ernennung gewesen sein muss. Dies sehe die Satzung so vor. 

Für die Gestaltung der Heimatstube im ehemaligen Müllerhaus Abbenrode, die gestern Vormittag offiziell eröffnet wurde, gab es diesmal zwei Sonderehrungen. „Ingrid Furkert und Kerstin Rüster haben sich hier durch ihre unermüdliche Arbeit verdient gemacht“, schilderte Kaatz. Er hoffte zudem, dass sich das kulturelle Miteinander – insbesondere das „dit un dat“ – in der Heimatstube bewähren werde. „Wer sich so dafür einsetzt, hat auch eine Ehrung verdient“, ergänzte Koch bei der Übergabe der Urkunde. 

Die letzte Ehrung des Abends galt Sebastian Drews. Er war am 30. Juli der Retter in der Not. Neben seiner Tätigkeit als Berufsfeuerwehrmann ist Drews seit 2014 als Aufsichtsperson im Freibad Hemkenrode tätig. Am Unglückstag rettete er ein Mädchen in letzter Sekunde vor dem Ertrinken, das nicht schwimmen konnte, erzählte Kaatz und ergänzte: „In solchen Situationen richtig zu reagieren, ist nicht einfach.“ Auch lobte er die schnelle Reaktion, denn an Tagen mit hohem Badebetrieb sei es nicht einfach alles im Blick zu haben. Einige Tage später, so Kaatz, als das Mädchen wieder baden wollte, habe Drews ihr Schwimmhilfen gegeben. Dr. Diethelm Krause-Hotopp überreichte nach einem Applaus die Urkunde und sagte: „Wenn jemand da ist, der beherzt zupackt, ist das für uns alle ein gutes Gefühl.“   

Bürgermeister Kaatz dankte und wünschte zum Schluss: „Bleiben Sie weiter aktiv und gesund.“ Die Feierstunde endete mit der Einladung zum Kaffee und Kuchen. 


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