Sie verfolgten die Beiträge mit großem Interesse (von links): Florian Graf (Abschnittsleiter West), Detlef Hoyer (Gemeindebrandmeister Sickte), Lothar Kolmsee (stellvertretender Abschnittsleiter Ost), Christian Harbich (stellvertretender Gemeindebrandmeister Baddeckenstedt) Andrea Thomas (Fachbereichsleiterin Öffentlichkeitsarbeit Kreisjugendfeuerwehr), Hans-Friedrich Thiemann (Gemeindebrandmeister Elm/Asse) und Markus Rischbieter (Abschnittsleiter Ost). 

Kreisfeuerwehr – Gute Zusammenarbeit, aber auch kritische Worte

Im Schulungsraum der Feuerwehr Technischen Zentrale (FTZ) Schladen fand eine Informationsveranstaltung mit den Vertretern der Presse und der Medien statt, zu der Kreisbrandmeister und der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Wolfenbüttel, Tobias Thurau, eingeladen hatte. Dank für gute Zusammenarbeit wurde hervorgehoben, aber auch kritische Worte wurden in dieser Runde von ihm geäußert.

Mit bei der Veranstaltung waren auch zahlreiche Führungskräfte aus den Feuerwehren des Landkreises Wolfenbüttel. Thurau begann seinen zweistündigen Beitrag zum Thema „Strukturen und Organisation des Brandschutzes in Niedersachsen“. „Ich freue mich über das Interesse der Gäste an meiner Informationsveranstaltung“, sagte der Kreisbrandmeister. 

Inhalt seiner Vortragsreihe mit Statistiken der Mitgliederentwicklung waren u. a.  vergangenen Jahre und Informationen zum Brandschutz. Die Rechtslage und die damit verbundenen Aufgaben der Gemeinden sowie des Landkreises Wolfenbüttel aber auch des Landes Niedersachsen wurden intensiv erörtert. 

Ein weiterer Schwerpunkt des Kreisbrandmeisters waren wissenswerte Erläuterungen über die Arten der Feuerwehren im Land Niedersachsen. Städte über 100.000 Einwohner müssen laut Niedersächsischem Brandschutzgesetz Berufsfeuerwehren aufstellen. Insgesamt gibt es elf Berufsfeuerwehren im Land Niedersachsen. „Im Landkreis Wolfenbüttel übernehmen ausschließlich freiwillige Feuerwehren diese hoheitliche Aufgabe“, führte Thurau aus. 

Sollten sich keine ehrenamtlichen Kräfte in ausreichender Zahl finden, wären die Kommunen verpflichtet, „Pflichtfeuerwehren“ einzurichten. Dann könnten Bürgerinnen und Bürger, die gesundheitlich in der Lage sind, verpflichtet werden, den Feuerwehrdienst für die Allgemeinheit zu versehen. „Solange es die Freiwilligen gibt, können wir auch darauf verzichten“, betonte Thurau. 

Weiter gab er die Mitgliederzahlen in den Freiwilligen Feuerwehren am Jahresende 2015 in Niedersachsen bekannt. In den 427 Gemeinden gab es zu diesem Zeitpunkt 124.162 Mitglieder. Außerdem machte Thurau noch einmal deutlich: „Das Retten von Menschen ist bei der Brandschutzbekämpfung unser oberstes Gebot“.

Dazu führte er die Möglichkeiten der Rettungsgeräte der Feuerwehren an aber auch die Wichtigkeit, dass gewisse bauliche Voraussetzungen des vorbeugenden Brandschutzes eingehalten werden müssen. Dazu zählen Aufstell- und Bewegungsflächen, die befahrbar sein müssen und nicht durch parkende Autos blockiert sein dürfen.

In seinen Ausführungen thematisierte er auch die Notwendigkeit von verlässlichen, gewissenhaften Feuerwehrbedarfsplanungen. Außerdem sprach er die Kosten für den Brandschutz pro Jahr im Land Niedersachsen an. Ebenfalls nahm er Stellung zu dem breiten Aufgabenspektrum der freiwilligen Feuerwehrmitglieder in dieser Runde. 

Viele setzen nahezu ihre gesamte Freizeit ein, worunter auch das private Familienleben eingeschränkt sei. „Den Partnerinnen und Partnern der Feuerwehr Frauen und Männer gebührt ebenso große Anerkennung, da sie es sind, die diese Tätigkeit ermöglichen“, betonte er.

Nicht unerwähnt lässt Thurau das Risiko, dem sich die Feuerwehren aussetzen. „Die Feuerwehrmitglieder gehen in Bereiche vor, wo kein anderer hin will“, machte er in seinen Ausführungen zum Einsatz noch einmal deutlich. 

Verschiedene andere Aufgaben der Feuerwehren und Ereignisse sprach er weiter an. Am Schluss wies Thurau noch einmal darauf hin, dass die Zusammenarbeit mit der Presse und den Medien hervorragend sei. Jedoch gehöre nicht alles  in die öffentlichen Medien. „Wir alle freuen uns auf eine weitere Zusammenarbeit und auf Verbesserungen zwischen den Feuerwehren und den Vertretern der unterschiedlichen Pressemedien“, sagte er am Schluss.


ANZEIGE