Schladens Bürgermeister Andreas Memmert (hinten Mitte) inmitten der großen Schar der Bürgerinnen und Bürger mit 60 Blutspendenterminen und mehr.

Ehrung langjähriger Blutspender in Schladen

Mit diesem Slogan auf diversen T-Shirts von DRK-Ehrenamtlichen wurde während einer Feierstunde geworben. Zum ersten Mal hatte die Gemeinde Schladen-Werla am Montag etwa 40 Menschen eingeladen, die mit ihrer hohen Zahl an regelmäßigen Blutspenden ständig dazu beitragen, Leben zu retten. Bürgermeister Andreas Memmert war es eine Herzensangelegenheit, die Blutspender zu ehren. Dankesworte fand auch Gebietsreferent Karsten Harmeling vom DRK-Blutspendedienst (NSTOB).

„Ich habe mich auf diesen Abend besonders gefreut“, eröffnete Andreas Memmert seine Dankesrede. Schließlich gehe es darum, Menschen zu ehren, die sich für andere selbstlos einsetzten. „Besonders stolz, glücklich und zufrieden bin ich darüber, dass gerade in unserer schönen Gemeinde die Hilfsbereitschaft besonders hoch ist“, betonte der Bürgermeister mit großem Dank an die Ehrenamtlichen des DRK, die die Blutspendetermine herrichten, und vor allem Dank an die Blutspender. Lob gab es auch für die beiden Mitarbeiterinnen aus dem Rathaus, Gudrun Kahl und Sibylle Wessely, für die Organisation der Feierstunde.

Am Beispiel eines selbst erlebten Unfalls, bei dem ein neunjähriges Mädchen auf der B 4 von einem Lastwagen erfasst worden war, hob Memmert aufgrund seiner Erfahrungen als früherer Hubschrauberpilot der Bundeswehr die hohe Bedeutung von Rettungshubschraubern und einen großen Vorrat an Blutkonserven hervor. Zusammen mit einem Mitarbeiter hatte er das Mädchen reanimiert, bis der Rettungshubschrauber vor Ort war und die Schwerverletzte innerhalb von 15 Minuten in die MHH Hannover geflogen hatte. „Ich bekam Tränen in die Augen, als das Mädchen nach einigen Wochen bei mir mit selbst gemalten Bildern im Büro erschien“, erinnerte sich Memmert. Mit dieser Geschichte führte der Bürgermeister den Gästen vor Augen, dass unser Leben ständig am seidenen Faden hängt.

„Das, was sie spenden, ist eigentlich unbezahlbar. Sie helfen mit dem Wichtigsten, was sie haben“, so Memmert. Er bezeichnete die Blutspender als rettende Engel, die oft gar nicht wüssten, wie viele Leben sie mit ihrem Blut gerettet haben. Aus diesem Grund seien sie eingeladen worden, um Danke zu sagen mit Sekt, Imbiss, Urkunde und einem kleinen Geschenk.

Karsten Harmeling schloss sich den Dankesworten an und betonte, dass sich die Bürger der Gemeinde Schladen-Werla durch eine hohe Anzahl an Spenden hervorheben. Dennoch würden nur etwa  zwei Prozent aller Bürger in Deutschland regelmäßig zur Blutspende gehen, aber 100 Prozent finden es gut, dass eine Vollversorgung an Blut vorgehalten wird. Es werden täglich etwa 15.000 Spenden benötigt, um den Tagesbedarf zu decken. Fortschritte in der Medizin, zumal in der Krebstumor-Therapie, die etwa 27 Prozent aller Blutvorräte benötige, würden den Bedarf nach oben treiben. „Es ist gar nicht so einfach, Blutprodukte zu bevorraten“, erläuterte der DRK-Fachmann. Rote Blutkörperchen könne man 49 Tage lang nutzen, Plasma werde eingefroren, nur die für einige Therapien wichtigen Trombozyten hätten eine Verfallsdauer von nur vier bis fünf Tagen, zudem brauche man vier Blutspender, um ein Präparat zu generieren.

Darum ist es nach Meinung von Karsten Harmeling wichtig, noch mehr Menschen als dauerhafte Blutspender zu gewinnen, da durch die immer besser werdenden Behandlungsmethoden zunehmend mehr Blut benötigt werde.

Auch müsse man für Nachwuchs sorgen, da die spendenfreudigeren älteren Jahrgänge ab dem 73. Lebensjahr nicht mehr zur Verfügung stünden. „Sprechen Sie Freunde und Verwandte an, wenn Sie zum nächsten Blutspendetermin gehen“, bat er die Anwesenden  (7. Februar in Schladen, 26. Februar in Hornburg und 16. April in Gielde). Bis zu sechs Mal pro Jahr dürfe man sich einen halben Liter des Lebenssaftes abzapfen lassen.

Harmeling schloss seinen Beitrag mit dem Dank an alle DRK-Helferinnen und -Helfer sowie an alle spendablen Bürger. Nach der Verleihung der Urkunden für hohe Spendenleistung bis zur 60. Wiederholung – Spitzenreiter war Volker Schlue aus Schladen mit 157 Blutspenden – saßen alle beim gemütlichen Smalltalk und einem kleinen Imbiss zusammen. Weitere Infos über die Blutspende und Termine in der Region findet man im Internet unter www.drk-blutspende.de.  


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