Die Profimusiker der International Bayoogie Band.

International Bayoogie Band brachte mit kreolischem Karneval den Saal zum Brodeln

Gerade erst hatte das Jazzpublikum mit ihrem Votum die Jazz Initiative zum Publikumsliebling des Kulturvermittlungspreises der Stadt Wolfenbüttel gekürt und jetzt das! Was war geschehen? Da kam eine bei uns relativ unbekannte Band aus Bayern und dem Kohlenpott mit internationalen Musikern daher und verdrängte das Publikum in die zweite Reihe (Second Line).

Christian Christl (Bandleader, Klavier und Gesang) forderte die Zuhörer auf, die Second Line zu bilden, wie das in New Orleans von einer Bubenschar gemacht wird, die neben oder hinter den Straßenkapellen der vornehmlich schwarzen Musiker einher zogen. Zwar war kein Marschieren angesagt, aber das Publikum, das – wie im Karneval üblich – jeden Quatsch mitmachte, klatschte bei dem Titel „Iko, Iko“ gegen den Takt freudig mit. Das fiel bei der hervorragenden Rhythmusgruppe

(Susanne Loeser am Schlagzeug und Rocky Knauer aus Vancouver am Bass) nicht schwer. Es war schön anzusehen und zu hören, wie die eher zierliche Frau am Schlagzeug die Musiker zu immer wiederkehrenden Höchstleistungen antrieb. Sie ist wohl auch in Europa die einzige Musikerin, deren Stil in der Second-Line-Musik aus New Orleans fest verwurzelt ist.

Der Karneval in New Orleans wird Mardi Gras (Fetter Dienstag) genannt. Das ist die französische Bezeichnung für den Faschingsdienstag. Der Dienstag ist der letzte Tag – des vor allem in katholisch bevölkerten Gebieten – gefeierten  Faschings vor der österlichen Fastenzeit.

Die absoluten Profimusiker der International Bayoogie Band verstanden es gekonnt, die Atmosphäre des Mardi Gras nach Wolfenbüttel zu bringen. In der Front-Line war Omar Kabir (New York) an der Trompete, der auch gekonnt bei „If you can afford it“ seine Stimme in das etwas antiquierte Mikrofon klingen ließ. Eddie Taylor (Virginia), Tenorsaxophon, und Butch Kelem (Philadelphia), Posaune, heizten mit Riffs den Gesang von Christian Christl an.

Nach der Eigenkomposition „East-West Mardi Gras“ von der überragenden Susane Loeser blies die Band zum Finale. Nach mehreren Zugaben überreichte der Vorsitzende Wolfgang Dyck einen Blumenstrauß, stellvertretend für die gesamte Band, an Susanne Loeser. Man versprach wiederzukommen.

Das nächste Konzert der Jazz Ini-tiative mit der Phoenix Jazzband aus Braunschweig findet am 9. März im KOMM statt.


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