Die Gemeinderatsfraktion der Grünen informiert sich über die Flüchtlingsarbeit in der Gemeinde Cremlingen (v. l.): Ute Baars (SPD), Ulrike Siemens, Carsten Brandt (Gemeinde), Diethelm Krause-Hotopp, Svenja Seide (Bufdi), Malte Kaufmann (Bufdi) und Jochen Fuder.

Cremlinger Ratsfraktion der Grünen informierte sich über Flüchtlingsarbeit

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Cremlinger Gemeinderat hat sich vor Ort über die Arbeit mit Flüchtlingen und Asylbewerbern informiert. Als Gesprächspartner standen der Sozialarbeiter für Jugend, Senioren und Flüchtlinge, Carsten Brandt, und die beiden Bufdis (Bundesfreiwilligendienst) Svenja Seide und Malte Kaufmann zur Verfügung. Ihr Büro befindet sich Im Rübenkamp 19 (Cremlingen). Hier entstanden in Zusammenarbeit mit dem Landkreis in zwei Häusern insgesamt vierzehn Wohnungen unterschiedlicher Größe, zunächst für Bedürftige mit Migrationshintergrund.

„Vor Ort lassen sich die Probleme oft schneller lösen“, fasste Carsten Brandt seine Erfahrungen am neuen Arbeitsplatz zusammen. Zurzeit wohnen in den Unterkünften der Gemeinde 116 Flüchtlinge/Asylbewerber, von denen inzwischen 73 Personen ihre Anerkennung haben. 

Carsten Brandt, der auch für Senioren- und Jugendarbeit zuständig ist, berichtete den Grünen über die unterschiedlichen Standorte der Unterkünfte in der Gemeinde, die Aktivitäten der einzelnen Helferkreise („Ohne sie ginge vieles nicht!“), benannte aber auch die vergangenen und gegenwärtigen Probleme. So sei die Fluktuation der Zugewiesenen teilweise erheblich gewesen und habe auch zu Frustrationen geführt. „Die große Sympathiewelle der Jahre 2015 und 2016, die zu starkem bürgerschaftlichem Engagement führte, ist leider etwas abgeebbt!“ 

Als sehr gutes Modell habe sich die persönliche Patenschaft zwischen Helfern und Zugewanderten erwiesen. „Hier könnten wir punktuell noch mehr Unterstützung gebrauchen!“, machte Carsten Brandt deutlich. 

Eine große Hilfe bei der Arbeit seien auch die beiden Hausmeister, die „einen tollen Job“ machen. Insgesamt aber fehle in dieser Phase, in der kaum noch neue HelferInnen kämen, „mehr professionelle Unterstützung vor Ort, um gezielter fördern und fordern zu können“. In der Gemeinde Cremlingen werde im Moment die Sozialarbeit der Caritas vermisst, deren Stelle auslief und die für die zukünftige Arbeit vom Landkreis unbedingt aufgestockt werden sollte. Zum Abschluss schauten sich die Besucher noch die Wohnungen an.


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