Viel Spaß und Nervenkitzel gibt es bei den Pfadfindern in Weddel. Die Kinder sind mit ihren Betreuern André Reichel, Sören-Niklas Rausch und Jugendgruppenleiter Constantin Ehlers viel in der Natur unterwegs.

Bei den Pfadfindern gibt es Kinderspaß und Traditionspflege

Ob Knotenkunde und Stockbrotbacken beim Lagerfeuer, Workshops mit anderen Stämmen, oder Pflanzenkunde bei Wandertouren. Langeweile gibt es bei den Pfadfindern in Weddel – dem Stamm Welfen – gewiss nicht. Kinderspaß und Traditionspflege sind vielmehr angesagt und sollen an der Tagesordnung von Gruppenstunden und Fahrten stehen. Erst am Freitag konnte man sich davon einen Eindruck verschaffen, denn da kamen die jungen Mitglieder vom Jugendgruppenleiter Constantin Ehlers zusammen.

Im Dorfgemeinschaftshaus haben sie ihren Gruppenraum, doch am liebsten verbringen die Pfadfinder ihre Zeit vor der Tür. Sei es auf der großen Wiese davor oder das angrenzende Waldstück – an der frischen Luft fühlen sich alle wohl. Über zehn Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren gehören seiner Sippe – „Meute Shir Kahn“ – an. Die meisten von ihnen waren auch bei der Osterfreizeit in Knesebeck dabei. „Wir haben dort viele Geländespiele in der Natur gemacht“, erzählte Ehlers. Die Verpflegung wurde mit Gaskochern zubereitet – die Kinder mussten natürlich auch schnippeln. Schließlich gehe es auch um den Zusammenhalt.

„Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und das Achten auf den anderen sind uns wichtig“, so der 22-Jährige weiter. All das, was für solche Zeltlager an Werkzeug benötigt wird, wird oftmals in den Gruppenstunden selber erarbeitet. So erlernen die Kinder schnell, wie man mit Gerätschaften umgehen muss. „Manchmal müssen wir auch improvisieren, aber das gehört dazu“, ergänzte André Reichel, sein Stellvertreter. Er hat sich dem Stamm mit sechs Jahren angeschlossen. Nun ist er 19 Jahre alt und immer noch mit Tatendrang dabei. „Das Gefühl, dass alle in einer Gemeinschaft füreinander einstehen und Verantwortung übernehmen, finde ich toll“, schilderte er. Mehr noch: Schließlich stecke hinter der Idee des praktischen Erlernens auch eine wichtige persönliche Entwicklung. Es seien Erfahrungen fürs Leben. 

So werde den Kindern auch gezeigt, wie ein kleines Lagerfeuer entzündet oder ein Zelt auf- und abgebaut wird. Um letztgenanntes ging es auch am Freitag. Viel Muskelkraft und Teamwork waren dafür gefragt. Malte Rausch, Tobias Tofahrn und Adrian Englisch hämmerten gemeinsam die Nägel in den Boden und spannten die Seiten ab. Dass der richtige Auf- und Abbau gleichermaßen wichtig ist, erklärte Reichel: „Wenn wir auf Wandertouren sind, darf die Ausrüstung nicht spärlich sein. Die Zelte müssen daher auch immer wieder gut verstaut werden.“ Bei Malte Rausch merkte man im Gespräch schnell, dass er Pfadfinder durch und durch ist und schon einige Erfahrungen für sein junges Alter gesammelt hat. Mit drei Jahren haben ihn seine Eltern, die auch in Weddel aktiv sind, mitgenommen. „Ich finde die Zeltlager immer richtig cool“, sagte der Elfjährige begeistert. Zwar habe es auch beim Osterlager recht stark geschneit, das eine Herausforderung war. „Doch das gehört für mich zum Pfadfinderleben dazu“, meinte er. In manchen Zelten werde dann auch ein Feuer entzündet. „Der Kothenstoff ist so dicht gewebt, dass nichts passieren kann. In den Jurten-Zelten gibt es auch keine Bodenplanen“, erklärte Ehlers. 

Das nächste große Zeltlager steht für die Weddeler auch schon fest. Pfingsten geht es für die Sippe nach Straelen an die Holländische Grenze. Dort feiert ein befreundeter Stamm sein 20-jähriges Bestehen. Und beim Sommerlager, das für die Kinder immer ganz wichtig sei, geht‘s für sieben Tage nach Blomberg in die Nähe des Teutoburger Wald. Dann heißt es wieder Kartenkunde, Orientierung mit dem Kompass, Holzschnitzen und jede Menge Nervenkitzel. Viele erhalten dann auch ihre Halstücher und Abzeichen für ihre Kluften, die nur bei besonderen Anlässen verliehen werden. Für viele Kinder sei der Erhalt ein besonderer Ansporn. Schließlich dürfe der Halstuchknoten auch nur von jemandem gemacht werden, mit dem man richtig gut befreundet ist. Kontakt: Die Meutestunde von Christian Ehlers findet freitags von 16.30 bis 18 Uhr am DGH statt. 


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