OB Ulrich Markurth, Christiana Steinbrügge, Landrätin des Landkreises Wolfenbüttel, und der Landrat des Landkreises Peine, Franz Einhaus, beim ersten Spatenstich.

Baubeginn des neuen Führungs- und Lagezentrums der Feuerwehr

Der Neubau des Führungs- und Lagezentrums (FLZ) der Feuerwehr Braunschweig, in dem künftig auch die Integrierte Regionalleitstelle (IRLS) für Braunschweig und die Landkreise Peine und Wolfenbüttel untergebracht wird, hat begonnen. Gemeinsam mit der Landrätin des Landkreises Wolfenbüttel, Christiana Steinbrügge, und dem Landrat des Landkreises Peine, Franz Einhaus, setzte Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth am 11. April den symbolischen ersten Spatenstich.

„Auf diesen Tag hat unsere Feuerwehr lange gewartet“, so Markurth. „Die teils über 100 Jahre alten Gebäude der Wache genügten schon lange nicht mehr modernen Anforderungen. Nun starten wir mit dem Bau eines neuen, zeitgemäßen, mit neuester Technik ausgestatteten Domizils für unsere Einsatzkräfte. Die Arbeitsbedingungen werden damit nachhaltig verbessert. Auf größere Schadenslagen kann die Feuerwehr zukünftig schneller und effizienter reagieren. Zugleich sichern wir ein Leuchtturmprojekt der regionalen Zusammenarbeit für die Zukunft. Die erfolgreiche Kooperation zwischen Braunschweig und den Landkreisen Peine und Wolfenbüttel in der Integrierten Regionalleitstelle wird fortgesetzt, mit größerer Fläche und besserer Ausstattung. Das bedeutet noch mehr Sicherheit für die Bürger in Braunschweig und den beiden Landkreisen.“

„Feuerwehr und Rettungsdienst genießen ein sehr hohes Vertrauen in der Bevölkerung“, betonte Landrätin Christiana Steinbrügge. „Deswegen ist es für uns als Landkreis Wolfenbüttel wichtig, den hohen Anforderungen an eine moderne Regionalleitstelle auch in Zukunft Rechnung zu tragen. Vertrauen ist auch die Grundlage für unsere langjährige und partnerschaftliche interkommunale Zusammenarbeit, die allen Bürgern zu Gute kommt.“

Landrat Franz Einhaus sagte: „Das neue Führungs- und Lagezentrum der Feuerwehr Braunschweig ermöglicht durch modernste Leitstellentechnik eine ausfallsichere und stabile Gewährleistung des Bevölkerungsschutzes für die Einwohner des Landkreises Peine. Der gemeinsame Leitstellenverbund zeigt die Kooperationsbereitschaft der Landkreise Peine und Wolfenbüttel mit dem benachbarten Oberzentrum Braunschweig.“

Das Raumprogramm des viergeschossigen, U-förmigen Gebäudes umfasst auf rund 3085 Quadratmetern drei Funktionsbereiche: Integrierte Regionalleitstelle, Stab und Verwaltung. Mitarbeiter und Besucher betreten das FLZ von Norden über ein Foyer. Für Mitarbeiter, welche den Dienstparkplatz direkt am Gebäude nutzen, besteht weiterhin die Möglichkeit, vom Innenhof des U-förmigen Baukörpers ins Foyer zu gelangen. Dort befinden sich die zentrale Treppenanlage, die alle Geschosse des FLZ fußläufig erschließt, sowie Aufzug und Rutschschächte.

Vom Foyer werden im Erdgeschoss die Büroarbeitsplätze im nördlichen und westlichen Gebäudeteil erreicht. Weiterhin besteht von hier aus der Zugang zu den Umkleiden im östlichen Gebäudeflügel des Erdgeschosses. Die Technikräume für die Erschließung des FLZ beanspruchen Flächen im südwestlichen Bereich des Erdgeschosses.

Im ersten Obergeschoss (OG) wird die Leitung des Fachbereichs Feuerwehr untergebracht. Dazu kommt eine große Anzahl an Büroräumen inklusive der dazu benötigten Infrastruktur in Form von Flächen für Besprechungen, Kommunikation, Teeküche und Lagern.

Die Technik der Leitstelle wird im westlichen Flügel des zweiten Obergeschosses installiert. Im nördlichen und nordöstlichen Teil des zweiten OG befinden sich weitere Sachbearbeiter-Büros, während der südöstliche Teil des Geschosses den Ruhebereich der IRLS aufnimmt.

Das dritte Obergeschoss beherbergt im Westen die IRLS. Aufgrund der besonderen Anforderungen an Akustik und Blickbeziehungen im Hauptdispositionsraum ist die Geschosshöhe in diesem Bereich größer als in allen anderen Teilen des FLZ. Somit zeichnet sich die IRLS nach außen hin auch in der Gebäudekubatur ab. Der Stab schließt sich direkt an die Leitstelle im nordöstlichen Teil des dritten OG an. Diese beiden Bereiche - Stab und IRLS - stellen den Sicherheitsbereich dar, welcher nur über eine Schleuse mit Zugangskontrolle zu erreichen ist. Die übrigen Flächen des dritten OG werden von Küchen, Küchenlagerräumen, Aufenthalts- und Speiseräumen für alle Nutzungsbereiche des FLZ belegt.

Das Gebäude wird als Massivbau errichtet. Die tragende, raumabschließende Struktur nach außen wird in Stahlbeton mit Fertigteilen ausgeführt. Als Außenhaut bekommt das Gebäude eine langlebige, widerstandsfähige und zeitlose, in der Region bautypische Klinkerschale. Auf dem Flachdach wird neben diversen technischen Aufbauten auch ein Antennenmast zur Funkversorgung sowie eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 24 kWp errichtet.

In der neuen Leitstelle werden verbesserte Arbeitsbedingungen für den Alltagsbetrieb und für Flächen- und Stabslagen herrschen. Dazu wird neben der erforderlichen Kapazitätserhöhung der Leitstelle (IRLS) auch die Errichtung eines Stabsraumes für die Gefahrenabwehrleitung der Feuerwehr Braunschweig bzw. den Katastrophenschutzstab der Stadt Braunschweig, beitragen: Die Kapazitäten für die Leitstellenarbeit werden zukunftsfähig erhöht. Die Arbeitsorganisation in der Leitstelle wird den heutigen Erfordernissen angepasst.

Im Führungs- und Lagezentrum wird der operative und administrative Leitstellenbetrieb zusammengefasst. Die Arbeitsprozesse werden dadurch gestrafft und die Zusammenarbeit effizienter gestaltet.

Die Akustik in der Leitstelle wird verbessert. Das garantiert einen niedrigen Störgeräuschpegel und optimale Sprachverständlichkeit bei den Notrufgesprächen. Die Lage wird auf Projektionswänden dargestellt. Die Schulungsmöglichkeiten für die Aus- und Fortbildung der Disponenten werden verbessert. Für Flächen- und Stabslagen werden die dringend benötigten Kapazitäten vorgehalten. Dazu werden einzelne Räume gemeinsam von der Leitstelle und dem Stab genutzt.

Das FLZ soll im Frühjahr 2020 an die Feuerwehr übergeben werden. Es folgt der Umzug aus der Hauptfeuerwache sowie ein mindestens dreimonatiger Schulungs- und Probebetrieb in der neuen Leitstelle. Die endgültige Inbetriebnahme der IRLS mit Umschaltung der Notrufleitungen soll im Sommer 2020 erfolgen. Die Gesamtkosten des Projekts sind auf rund 21,7 Millionen Euro angesetzt. 

An den Kosten für die Integrierte Regionalleitstelle, die im Gesamtprojekt mit rund 9,8 Millionen Euro zu Buche schlagen, beteiligen sich die beiden Landkreise jeweils zu 20 Prozent. 


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