Für knapp 70 Kinder gab es am Donnerstagmorgen einen kleinen Schnupperkurs im Gerätehaus. Die Kinder der Klassen 2a, 2b, 3a und 3b konnten einige Instrumente ausprobieren. Viele von ihnen haben Interesse für die Schul-AG bekundet. Unser Foto zeigt die dritten Klassen.

Spielmannszug und Grundschule vereinbaren Kooperation

Kaum hatten die Grundschulkinder der zweiten und dritten Klassen Trommelstöcker, Querflöten und Blashörner in die Hände bekommen, wurde es so laut im Gerätehaus, dass man das eigene Wort nicht mehr verstehen konnte. Zuweilen versuchten einige, sich mit den Händen die Ohren zu zuhalten. Doch schon bald könnten aus den bislang unrhythmischen Klängen, passende Töne zu hören sein. Denn der Feuerwehr-Spielmannszug hat mit der Grundschule eine Vereinbarung geschlossen. „Damit sollen zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden“, sagte Ulf Harrendorf, Jugendausbildungsleiter.

Für musikbegeisterte Kinder der zukünftigen dritten und vierten Klassen soll es ab dem kommenden Schulhalbjahr eine AG geben, die der Schulleiter und zugleich Musiklehrer Günther Kampen leiten wird. Dort soll es um die Theorie gehen, zum Beispiel das Notenlesen. Bei den Unterrichtsstunden von Ulf Harrendorf drehe sich dann wiederum alles um die Praxis. Die Kinder könnten dann das Instrument erlernen, das zur Verfügung gestellt wird. 

„Voraussetzung für all das ist, dass sich genügend Kinder für die Schul-AG anmelden“, sagte Kampen. Flöten, Lyren, Percussion oder Hörner seien einige Instrumente, die die Kinder erlernen könnten. Jugendwartin Maren Schwiesow erklärte auch, dass man mit der Kooperation versuchen will, Nachwuchs zu gewinnen. Denn das sei einer der Gründe. 18 aktive Mitglieder musizierten regelmäßig, darunter lediglich ein Mädchen. Deshalb wollen sich die Musiker auch generell neu aufstellen. Traditionelle Marschmusik soll zwar nach wie vor zum Repertoire gehören. „Wir wollen aber weg vom Image „Knüppelmusik.“ Das wird uns oftmals nachgesagt“, meinte Harrendorf. Weihnachts- und Filmmusik sollen demnächst zur Auswahl gehören, so zum Beispiel auch „Miss Marple“ oder das bekannte Partylied von Andreas Gabalier  „Hulapalu“. Eigens dafür haben sich die Spielmannszüge aus Groß Denkte und Dettum an diesem Wochenende für einen Workshop in Braunlage verabredet. Harrendorf: „Wir suchen auch noch einen Ausbilder für Percussions- und einen Marimbaspieler.“

Seitens der Lehrerschaft gibt es volle Unterstützung. „Ich finde das eine super tolle Idee“, bestätigte die Musiklehrerin Sybille Fenner. In der Schule sei intensiv überlegt worden, wie man sich gegenseitig helfen kann. Schließlich reiche die Zeit nicht aus, um beides zu unterrichten, also Noten- und Instrumentenlehre. „Wir hoffen natürlich, dass bei einigen Kindern das Interesse geweckt wird“, betonte Fenner. Damit der Anreiz noch größer wird, soll es auch ein Adventskonzert in der Kirche geben. Kampens Wunsch formulierte er indes auch schon: „Ich würde die Schul-AG gerne fest bei uns implementieren.“ 

Einige der knapp 70 Kinder waren zumindest beim Besuch am Donnerstagmorgen schon begeistert. Lara (8) und Elisa (9) aus der 3a finden die Idee „richtig cool“. Beide spielen bereits Gitarre und wollen nun schauen, ob’s zeitlich passt. Konkreter wurde Leo aus der 3b. „Ich habe großes Interesse und würde gerne Trommelspielen lernen“, sagte der Achtjährige. Weitere Informationen soll es bei einem Elternabend am 4. Mai um 19 Uhr im Gerätehaus geben. Dann werde auch über Uhrzeiten und Unterrichtstage gesprochen. 


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