Vor einem blühenden Rapsfeld stellten sich die Ideengeber und Organisatoren des Festes auf (v. l.): Heinrich Brandes, Willi Niebuhr, Hartmut Koch, Horst Klatte, Wolfgang Jöckel, Reiner Fuhrmann, Günther Brandes, Michael Kraus, Axel Schultz sowie Herbert Fuhrmann.

Schulenrode lud zum Rapsblütenfest

Knallgelb präsentierten sich derzeit die Landschaften an vielen Stellen Deutschlands. Rapsfelder stehen in voller Pracht – Natur- und Farbenliebhaber kommen bestens auf ihre Kosten.

Die Pflanzen blühen, alles leuchtet in frischen, warmen Farben. Die Welt ist ein bisschen bunter. Passend zu diesen tollen Fotomotiven, lud gestern Schulenrode zum Rapsblütenfest ein. Der Ort ist in diesem Jahr nahezu eingerahmt von der gelben Frucht. „Etwa 70 Hektar wachsen in diesem Jahr rund um Schulenrode“, schätzte Christian Sell, ein Veltheimer Landwirt. Und da die Schulenröder schon immer einen Sinn für ausgefallene Ideen hatten (Stichwort „Löschteich in Flammen“), bot sich gestern Nachmittag auf der großen Festwiese die beste Gelegenheit, um über das Thema zu informieren und auch, um gemütlich beieinander zu sitzen und zu klönen. Und bei den Temperaturen war die Gemütlichkeit vorprogrammiert. Alle erhofften sich schönes Wetter und wurden nicht enttäuscht. „Die Idee zum Fest entstand bei einem Übungsabend der ,Teichtröten‘. Und so kam eins zum anderen“, erzählte Horst Klatte, einer der Organisatoren.

So bauten die Schulenröder ein großes Festzelt auf, das bei unserem Besuch mit fast 100 Plätzen gut belegt war. Einige aßen passend zum Thema Bienenstich und lauschten „Ein Bett im Kornfeld“ oder „Hulapalu“, das vom Akkordeon-Jugendorchester aus De-stedt angestimmt wurde. Für die Kinder stand eine Hüpfburg zum Austoben bereit. Abends traten auch die „Teichtröten“ mit ihren kräftigen Stimmen auf. Dass die Idee des Festes klasse war, merkte auch Heinrich Brandes, denn er fuhr mit seinem Trecker und Gespann einige Male durch die Feldmark. Währenddessen erklärten die beiden Landwirte Christian Sell und der Konrad Segger über die Rapspflanze auf, dessen Erträge in diesem Jahr voraussichtlich nicht gut sein werden. Zwölf Monate müsse sie wachsen. „Der letzte Sommer war zu nass, im Herbst habe die Pflanze schlecht wurzeln können, Erdflöhe und Würmer haben zudem genagt“, schilderte Sell die Prognose. „Dann der kalte Februar und der warme April.“ Segger sprach vom „physiologischen Stress“, wodurch der Nährstofffluss gehemmt sei. Manche Landwirte hätten Ertragsausfälle von fast hundert Prozent, weshalb wahrscheinlich mehr importiert werden müsse, sagten die beiden Fachmänner. Sie verdeutlichten auch zusammen mit dem Veltheimer Imker Heinz Künne, wie wichtig auch die Bienen für die Pflanzenbestäubung seien. Schließlich sei das Thema „Bienen“ in aller Munde nicht immer positiv.  

Doch davon war im Inneren des Zeltes nichts zu spüren. Dort genoss man jeden Zentimeter des Bienenstiches und anderen Kuchenkreationen und dankte somit den nützlichen kleinen Tieren. Und auch abends ging‘s fröhlich weiter. Dann standen Bratwurst und Backschinken bereit. Im Festzelt wurde weiter zusammengesessen, getanzt und das ein oder andere kühle Blonde getrunken. Zudem gab‘s die Proklamation zum Rapsblütenkönig. Und voraussichtlich, so erzählte Harmut Koch scherzhaft, wird dann auch die nächste Idee für ein Fest gesponnen. Denn eins können die Schulenröder gewiss: gemütlich feiern, und das mit originellen Themen! 


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