Gäste in historischen Kostümen (v. l.): Margit und Hans Kleinert aus Salzgitter, Marijke Heyse aus Hannover mit Johann Maurer an der Kugelbahn.

Museumstag lockte rund 450 Besucher in das Schloss Museum

Etwa 450 spielbegeisterte Erwachsene, Jugendliche und Kinder nahmen am vergangenen Sonntag das Angebot des Schloss Museums zum Internationalen Museumstag „Ein fürstliches Vergnügen – Das barocke Spielefest im Schloss Museum Wolfenbüttel“ wahr und erprobten 15 unterschiedliche historische Spiele der Barockzeit.

„Der Internationale Museumstag ist eine gute Gelegenheit, Menschen anzusprechen, für die ein Museumsbesuch als Freizeitaktivität nicht an erster Stelle steht. Museen können an diesem Tag zeigen, dass sie keine verstaubten Orte der Vergangenheit sind, sondern dass hier Spannendes erzählt wird und man Neues erleben kann“, so Dr. Sandra Donner, Leiterin des Museums Wolfenbüttel. „Alt und Jung konnten miteinander spielen und auf diese Weise spielerisch und leicht in die Geschichte eintauchen.“ 

Ob Solitär, Mah Jong, die hängenden Kugeln, Sternhalma oder Tischcurling: Geschicklichkeit und strategisches Denken waren an allen Stationen gefordert. Es zeigte sich, dass analoges gemeinschaftliches Spielen bei sonnigem Wetter im Freien allen Freude bereitet und wie in früheren Jahrhunderten ein wunderbarer Zeitvertreib ist. Manche Besucher hatte der Ehrgeiz gepackt, sie spielten Spiele sogar mehrmals und blieben oft mehrere Stunden im Schlosshof.

Elegante Damen und Kavaliere in historischen Kostümen aus Hannover und Salzgitter hatten sich ebenfalls eingefunden. Sie lustwandelten im Schlossinnenhof und boten attraktive Fotomotive.

Die historischen Schlossräume waren bei freiem Eintritt ein weiterer Anziehungspunkt, denn auch hier durfte gespielt werden. Ein originales Tric-Trac-Spiel aus der Zeit des 18. Jahrhunderts, heute bekannt unter dem Namen Backgammon, gehört zu Dauerpräsentation im Herzoginnenappartement. Die liebevoll nachgebaute Variante im Audienzgemach der Herzogin lockte viele Interessierte an – einige entdeckten das Spiel für sich wieder. 

„Die Besucherresonanz fiel durchweg positiv aus. Einige haben mir erzählt, dass sie als Familie jetzt wieder häufiger zu Hause spielen wollen und dass sie bei einem weiteren Spieletag im Schloss Museum gerne wiederkommen würden“, erklärte die Museumspädagogin Cortina Teichmann. „Die wunderschönen Spielnachbauten der Firma Spiele- und Erlebniswelten von Jürgen Hohenwald waren ein haptisches und visuelles Vergnügen, welches die Gäste genossen.“


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