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Was nichts kostet, das kann auch nichts taugen? Unsinn, dachte sich vor 30 Jahren ein junger Mann von damals gerade 32 Jahren und ging daran, das Gegenteil zu beweisen. Michael Henke, bis dahin Bundesbahnbeamter, wagte den Sprung in die Selbstständigkeit und wurde Verleger. Die Idee, die er aufgriff, war neu: Keine Abonnementszeitung wollte er gründen, sondern ein Anzeigenblatt, das an alle Haushalte verteilt werden sollte. Und zwar kostenlos. Finanziert allein durch die Werbung. Dabei war der Einstieg ins Geschäft für Michael Henke alles andere als einfach. Die viel zitierten „bescheidenen Anfänge“ gab’s durchaus auch für ihn. In einem Büro im Keller in Wendessen wurden die ersten Ausgaben geplant, Anzeigen verkauft, Vertriebsstrukturen aufgebaut, Rechnungen geschrieben. Erst alleine, dann im Team mit Nachbarn war der Verleger nicht besser dran als seine Mitarbeiter – jeder ein Mädchen für alles ohne geregelten Feierabend. Wenn es erforderlich war, sorgte der Chef sogar höchstpersönlich dafür, dass das Schaufenster bei den Lesern im  Briefkasten landete.

Der volle Einsatz für die junge Firma lohnte sich jedoch: Die Wolfenbütteler Geschäftsleute erkannten schnell die Möglichkeiten, die ihnen das Schaufenster damals schon bot. Sie unterstützten das zarte Pflänzchen mit ihren Anzeigen. Die stetig wachsende Akzeptanz des Schaufensters bei Lesern und Inserenten machte 1985 den ersten Umzug erforderlich. Das Büro in Wendessen war zu klein geworden und Michael Henke zog mit seiner Mannschaft in eine Dreizimmerwohnung am Kleinen Zimmerhof. Schon ein Jahr später folgte der zweite Umzug in den Großen Zimmerhof 25, wo Schaufenster noch heute in zentraler Lage im Herzen Wolfenbüttels zu finden ist.

Mit seinem Schaufenster wuchs auch das Haus, erhielt einen neuen Treppenaufgang und einen schmucken Anbau. Nach acht Jahren seines Bestehens war „Schaufenster“ so attraktiv geworden, dass die Verlagsgesellschaft Madsack aus Hannover am 1. Oktober 1987 das Wochenblatt übernahm. Damit waren auch die Zukunft der Angestellten und der weitere Ausbau einer modernen Technik gesichert, zumal Michael Henke im Januar 1994 Anteile zurückerworben hatte und seitdem geschäftsführender Gesellschafter ist. Mit wachsender Auflage stieg auch die Zahl der Mitarbeiter in Technik und Redaktion.