Unweit der Holländermühle begrüßte Dr. Walter Bosse (5. v. l.) die Mitglieder und Rüdiger Hagen (2. v. l.).

Das Wahrzeichen der Gemeinde Hedeper ist eine Rarität und Anziehungspunkt

„Der Verein Windmühle Hedeper e.V. wurde 2017 mit dem Ziel gegründet, die Mühle als technisches Denkmal zu erhalten und wesentliche Teile der technischen Ausstattung wieder herzustellen“, erklärte am Freitag Dr. Walter Bosse bei der Begrüßung. Er hatte dafür eine Führung in und an der Holländermühle auf dem Westerberg vorbereitet.

Nach der Besichtigung fand die erste Jahresversammlung des Vereins in der ehemaligen Schule des Dorfes statt. „Das weithin sichtbare Wahrzeichen der Gemeinde Hedeper ist eine Rarität und ein besonderer Anziehungspunkt. Sieben Bockwindmühlen in der unmittelbaren Nachbarschaft von Hedeper sind im Laufe der Zeit verschwunden“, erklärte Bosse in dieser Runde.

Die Windmühle in Hedeper wurde um 1954 stillgelegt. „Meine Ehefrau Inge und ich erwarben die Mühle 1976 als Ruine“, berichtete Bosse. „Die Mühle wurde von uns  in ihrem Bestand gesichert, die Haube wurde neu gedeckt, Flügel und Fenster erneuert. Über vierzig Jahre diente die Mühle als privates Gästehaus“, erklärte er weiter. 

Die Besitzerfamilie und der neugegründete Verein beschlossen, in gemeinsamer Anstrengung die Mühle wieder ihrem Originalzustand anzunähern. Zunächst mussten aber noch wichtige Reparaturen erledigt werden. Schwerpunkt waren die Haube und die Eingangstür der Mühle.

Um die nächsten Schritte zu planen, hatte der Verein zur Sitzung  den Mühlensachverständigen von Holländermühlen, Rüdiger Hagen, eingeladen, der die Umsetzung und Grunderneuerung der Bockwindmühle in Dettum fachlich begleitete. Hagen war ebenfalls von der Mühle sehr angetan.

„Sie ist erstaunlich zierlich im Vergleich zu anderen Holländermühlen, für die Zeit um 1900 nach dem neuesten technischen Stand gebaut“, sagte Bosse. „Weiter gilt es aber, Verschleißteile auszuwechseln. Im Erdgeschoss sind Ständer angefault, auf denen das Mahlwerk ruht. Darum ist es nicht mehr möglich, den Abstand zwischen den Mahlsteinen zu regulieren. Das ist aber unerlässlich. Hier ist das Herz der Mühle“, erklärte Bosse weiter. 

Für den neu gegründeten Verein war diese Mühlenführung mit einem echten Experten ein Erlebnis. Nach der Führung gab es Gegrilltes und Salate, während die Sitzung im Anschluss  in der Alten Schule stattfand. Dort sollte  auch über die  Teilnahme am Internationalen Mühlentag am Pfingstmontag und einem Werkwochenende im Juni gesprochen werden.


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