Der Vorstand der Friseur-Innung Wolfenbüttel-Salzgitter (v.l.): Lehrlingswartin Sabine Tetzel, Schriftführer Axel Mosig, Beisitzerin Ute Karacic, Kassenwart Malte Jahns, stellvertretende Obermeisterin Esra Yakupoglu-Eren, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Michael Wolff, Beisitzerin Maren Michaelis-Bartsch, stellvertretende Obermeisterin Sabine Kramer, Ehrenmitglied Jürgen Michaelis sowie Obermeisterin Susanne Dillge.

Friseur-Handwerk stellt sich neu auf

60 Auszubildende werden aktuell im Friseurhandwerk geschult, davon 27 in Wolfenbüttel. Dennoch: „Die Nachwuchsgewinnung im Friseurhandwerk stellt eine der größten Herausforderungen für die Zukunft der Branche dar“, begann Obermeisterin Susanne Dillge ihren Jahresbericht. Die Innungsmitglieder aus Wolfenbüttel und Salzgitter trafen sich am Mittwochabend im Servicezentrum der AOK Gesundheitskasse in Wolfenbüttel zur Vor- und Rückschau.

Im ersten Lehrjahr seien 25 (zehn in Wolfenbüttel), im zweiten 18 (zehn) und im dritten Lehrjahr werden 17 (sieben) ausgebildet. So habe auch eine Erhebung des Bundesinstituts für Berufsausbildung bestätigt, dass die Lehrlingszahlen rückläufig seien. „Trotz des demografischen Wandels und des Phänomens, dass Jugendliche sich verstärkt für Abitur und Studium statt für eine Ausbildung entscheiden, bleibt der Friseurberuf für viele Berufseinsteiger sehr beliebt“, erklärte die Obermeisterin in ihrem Bericht. Aber auch immer mehr Männer entscheiden sich dafür.  Dillge erklärte, dass der Anstieg in den letzen Jahren bei etwa 25 Prozent lag. Bei den Frauen liege die Beliebtheit des Berufs unverändert auf Platz sieben der Liste aller Ausbildungsberufe. 

Doch auch das Friseurhandwerk stellt sich mit einem berufsbegleitenden Studium neu auf: Bachelor of Arts mit dem Schwerpunkt Beauty-Management. „Dieser Studiengang ermöglicht Jugendlichen attraktive Berufsperspektiven in Zeiten der Verschiebung von Karrierewegen“, so Dillge. Im Fokus stehe so die Modernisierung des Berufes mit neuen Karrierechancen. Und dabei müssten die Grundprinzipien – das Zusammenwirken von betrieblicher und schulischer Ausbildung – gewahrt bleiben. Mehr noch: Den Gesellen könnte dadurch der Weg in die Selbstständigkeit geebnet werden. Erfreulich auch: „Mit einer breiten beruflichen und sozialen Qualifikation schaffen die Betriebe für viele Jugendliche Jahr für Jahr eine berufliche Existenz und bereiten die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben“, betonte Dillge und ergänzte: „Unser Auftrag ist gesellschaftlich, politisch und rechtlich gewollt. Wir sind offen für neue Entwicklungen im Friseurmarkt und wollen eine Integration in das Berufsfeld breit diskutieren.“  

Lehrlingswartin Sabine Tetzel sprach bei ihrem Bericht von verschiedenen Veranstaltungen, wie dem Angebot „BeFit“, bei dem Berufe vorgestellt werden. Das Interesse sei dabei stets sehr groß. Prüfungsausschussvorsitzender Axel Mosig erklärte, dass sich der Ausschuss nach der Innungsfusion im vergangenen Jahr neu aufgestellt habe und an einer neuen Prüfungsordnung gearbeitet werde. Geschäftsführer Michael Wolff brachte einige Zahlen mit. So gehörten der Innung Wolfenbüttel-Salzgitter 51 Betriebe an, in Goslar seien es 23. Darin engagierten sich 220 ehrenamtliche Prüfer. „Das ist schon eine beachtliche Zahl und aller Ehren wert“, lobte er. Er freute sich auch, dass man durch die Ausbildungsverordnung für die Qualität der Berufe gut aufgestellt sei. Zudem: „Durch die gute Zusammenarbeit mit der Carl-Gotthard-Langhans-Schule werde der Beruf interessant vermittelt.“ Weitere Themen waren die Veränderungen im Mutterschutzgesetz (Gefährdungsanalyse für werdende Mütter), und auch die personelle Veränderung in der Geschäftsstelle. Judith Lazarus wird die Nachfolgerin des Juristen Uwe Zinkler zum Ende des Jahres. 

Wolff erläuterte den Jahresabschluss und auch den neuen Haushaltsplan. Informationen gab es auch über das Bundesdatenschutzgesetz, das ab Mai 2018 auch für die Betriebe relevant werde (Verwendung der Kundendaten).  


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