Heike Blomberg macht die Baustelle schwer zu schaffen.

Baustelle in Lucklum sorgt für Ärger

Wer nach Lucklum oder hindurchfahren möchte, muss sich in diesen Wochen mit Behinderungen und Umwegen auseinandersetzen. Die Landstraße 629 wird saniert und gleichzeitig wird ein Teil der Bürgersteige in Schuss gebracht. Derzeit ist die Ortsdurchfahrt voll gesperrt.

Da­rüber hinaus haben einige Luck­lumer Probleme, ihre Wohnhäuser und Besucher ihre Ziele im Ort zu erreichen.
Eine der Betroffenen ist Heike Blomberg. Sie betreibt seit 16 Jahren die Praxis Body & Mind in der Straße Am Pulverberg. Die Straße, die dorthin führt, ist eigentlich gesperrt. „Inzwischen ist dort ein Schild angebracht worden, dass sie für Anlieger frei ist“, berichtet Blomberg. So weit so gut. Doch in der täglichen Praxis sehe das ganz anders aus. „Bei dem Baubetrieb dort kommt man kaum durch.“ Erst vor wenigen Tagen musste sie einen kleinen Schaden an ihrem Auto in Kauf nehmen. „Ein Arbeiter meinte, es sei Platz genug“, so Blomberg. Und da war es auch schon passiert. Sie touchierte eine Absperrung, die umkippte und einen Kratzer am Spiegel verursachte. „Der Arbeiter sagte mir daraufhin, dass ich selbst Schuld sei, weil die Durchfahrt ja sowieso verboten sei.“
Auch ihren Patienten und Kunden ergehe es oft so. Nicht selten würde ihnen die Durchfahrt verwehrt. „Zum Glück rufen sie dann hier bei mir an, so dass ich ihnen sagen kann, dass die Durchfahrt auch für sie erlaubt ist.“ Wenn es aber gar kein Durchkommen gebe, müssten ihre Kunden den Wagen schon mal stehen lassen und zu Fuß zu ihr kommen. „Ich habe ja Verständnis dafür, dass die Straße gemacht werden muss. Ich wünsche mir aber ein bisschen Rücksicht, denn ich muss doch auch weiterhin Geld verdienen.“
Mit ihrem Problem hat sich Blomberg an den Landkreis gewandt, der sie an die Samtgemeinde Sick­te verwies. Und dort sagte man ihr, sie möge sich mit dem Bürgermeister in Lucklum in Verbindung setzen. Geholfen hat das alles nicht viel. „Nur das Schild ,Anlieger frei’ wurde aufgehängt.“
Der Landkreis hat auf Anfrage von „Schaufenster“ schon einmal Klarheit in die Zuständigkeiten bringen können. „Bei der Ortsdurchfahrt Lucklum handelt es sich um eine Landesstraße. Daher ist die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Wolfenbüttel, für die Fahrbahnerneuerung zuständig“, erklärt Pressesprecherin Kornelia Vogt. „Die Arbeiten haben im Mai begonnen und dauern voraussichtlich noch bis Ende September an.“
Die Abteilung für Straßenverkehr des Landkreises ist jedoch für die Verkehrsregelung während der Bauarbeiten zuständig und gibt dazu so Auskunft: „Die Bauarbeiten in der Ortsdurchfahrt Lucklum fanden von Beginn an unter Vollsperrung für den Durchgangsverkehr statt. Die Zufahrt für die Anlieger ist durch die Beschilderung Anlieger bis Baustelle frei gewährleistet.“ Als Anlieger gelten dabei auch diejenigen, die die Geschäfte, Praxen oder andere Einrichtungen in Luck­lum erreichen wollen.
Bei diesem Projekt würden zuerst die Nebenanlagen, Gehwege und Gossen sowie Bordstein gebaut. Erst danach würden die Fahrbahnerneuerungsarbeiten durchgeführt. „Normalerweise wird sonst erst die Fahrbahn erneuert und danach die Nebenanlagen. Im Fall Lucklum waren Fördermittel und Denkmalschutz für diese Bauvariante ausschlaggebend“, erläutert Vogt. Während der Arbeiten sei, je nach Baufortschritt, die Sperrung der jeweils einmündenden Straße für einige Tage erforderlich.
„Lucklums Bürgermeister Heinrich Füchtjohann hat uns mitgeteilt, er habe die Anwohnerinnen und Anwohner schriftlich über die Bauarbeiten informiert und sich als Ansprechpartner für Probleme zur Verfügung gestellt“, so Vogt weiter. „Er sei jedoch von niemandem angesprochen worden.“ Auch beim Straßenbaulastträger sei nichts von Anliegerproblemen bekannt.
Über diese Auskunft wundert sich Blomberg sehr. „Ich habe mehrfach mit dem Bürgermeister deshalb telefoniert.“ Sie betont, dass ihr die Notwendigkeit der Arbeiten bewusst sind. „Aber ich wünsche mir, dass man uns Anliegern ein wenig entgegen kommt und vielleicht hin und wieder ein biss­chen Platz macht, wenn wir durchfahren müssen.“


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