Das Projekt „Eine Chance für Bienes Zukunft“ startete am gestrigen Samstag auf der Grünfläche vor dem Gemeindehaus der Hauptkirche in Wolfenbüttel.

Bienenhotels bauen und bestücken – „Eine Chance für Bienes Zukunft“

Auf der Grünfläche vor dem Gemeindehaus der Hauptkirche BMV (Michael-Praetorius-Platz 9) veranstaltet die Freiwilligenagentur Jugend-Soziales-Sport unter dem Projekttitel „Eine Chance für Bienes Zukunft“ in den nächsten sechs Wochen – also über die gesamten Sommerferien – samstags von 10 bis 13 Uhr eine Ferienaktion für Kinder und Erwachsene, bei der Bienen- bzw. Insektenhotels gebaut und gestaltet werden können.

Mit diesem Projekt, welches die Idee eines Auszubildenden war, möchte die Agentur sowohl die durch immer dichter werdende Besiedlung der Landschaften gefährdete Population der Wildbienen und Insekten, als auch ihre wichtige Funktion in der Natur erhalten. 

In Deutschland gibt es mehr als 550 verschiedene Bienenarten, die statt „Staaten“ zu gründen als überzeugte Einzelgänger solitär leben. Da sie ein kurzes Leben führen, welches nur einen Zeitraum von wenigen Wochen deckt, ist es üblich, dass das Weibchen nach der Paarung sofort mit dem Nestbau und der Nahrungssuche beginnt, um das Überleben ihrer Nachkommen zu gewährleisten. Die allerdings nicht anspruchslosen Bienen haben zunehmend Schwierigkeiten geeignete natürliche Niststellen zu finden, welche genug Nahrung, Wärme und Licht bieten. Über 100 Nutzpflanzen und ein Großteil der Wildpflanzen sind von der Bestäubung der Wildbienen abhängig.

Daher ist der Bau möglichst vieler Insekten/Bienenhotels für die fleißigen Bestäuber das Ziel dieser Aktion, die von der Naturschutzjugend und der Kirchengemeinde Beatae Mariae Virginis unterstützt wird. Mit dieser ökologisch guten Tat wird der Bienenschutz in Wolfenbüttel und Umgebung aktiv unterstützt und sowohl die gefährdete Population der Wildbienen, als auch ihre wichtige Funktion in der Natur erhalten und geschützt. 

Große und kleine Interessenten können noch bis 4. August jeden Samstag mit Hilfe von Ehrenamtlichen eigene Insektenhotels in verschiedenen Größen bauen und gestalten, um sie anschließend mit nach Hause zu nehmen und dort aufzustellen oder sie zu verschenken. Zudem wird es Bausätze zum Mitnehmen in drei verschiedenen Größen zum Materialpreis sowie Füllmaterialen geben, die erworben werden können. Der kleine Bausatz (20 Euro ohne Füllung) ist beispielsweise geeigent für Balkone, der Mittlere (25 Euro ohne Füllung) für Terrassen oder kleine Gartenanteile und der Große (35 Euro ohne Füllung) für alle Gärten. 

Auch T-Shirts mit lustigen Bienenmotiven und dem Aufdruck „Bienes Helferschwarm“ wurden extra für dieses Projekt gestaltet und werden an den Aktionssamstagen in gängigen Größen für Kinder und Erwachsene angeboten. 

„Mit diesem Projekt wollen wir als Motivator für den Naturschutz fungieren, denn das Insektensterben ist ein großes Thema und ein Umdenken ist nötig“, so Falk Hensel, Vorstandsvorsitzender der Freiwilligenagentur, und sein Stellvertreter Dr. Otmar Dyck. Das Artensterben sei schleichend, aber enorm, es gebe definitiv allgemein zu wenig Insekten, nicht nur Bienen, erläuterte Andrea Onkes, Leiterin der Naturschutzjugend Wolfenbüttel. „Mit diesem Projekt haben Kinder und Erwachsene die Möglichkeit, ihren Garten aus einer anderen Perspektive zu betrachen“, erklärte sie. Dabei sei zum Beispiel in den heute sehr beliebten und immer häufiger verbreiteten Kiesbeeten kein Leben für Insekten möglich“. 

Imker Horst Janke erklärte hingegen, dass von die Bienenhotels keine Gefahr ausgehe und diese auch für Kindergärten geeignet seien. Die Wildbiene sei nicht aggressiv, gehe nicht an Nahrungsmittel, sondern suche nach Pollen. „Außerdem bezieht die Wildbiene das Hotel nur für eine kurze Zeit, da sie hier lediglich ihre Brut und Nahrung für diese ablegt“, erläuterte er. Wichtig sei beim Aufstellen der Hotels die Ausrichtung nach Süd/Süd-Ost. Zudem sollte man das Hotel leicht schräg nach vorne aufstellen, damit evtl. eingedrungener Regen wieder rauslaufen kann. „Die Materialen zum Befüllen sollten naturbelassen, also unbehandelt und aus Hartholz sein, da dieses keine Splitter bildet, gab Janke als Tipp. „Wir freuen uns auf viele fleißige ‚Helferbienen‘, viele individuelle Insektenhotels und den damit verbundenden Beitrag zum Naturschutz“, fügte Astrid Hunke, Leiterin der Freiwilligenagentur abschließend an. 

Gerne können sich bei der Freiwilligenagentur auch Interessenten melden, die das Projekt durch ehrenamtliche Tätigkeit, Geld- oder Sachspenden unterstützen möchten (Telefon: 05331/902626 oder per Email an: info.wf@freiwillig-engagiert.de). 


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