Die beiden Entwickler Thiago de Carvalho Jonas (links) und Christian Nitsche haben im Entrepreneurship Center der Ostfalia den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

Neue Ideen: vaitego startet mit Lehrersoftware durch

Zeit für die wichtigen Dinge haben – das ist nicht nur das Verkaufsargument für die neue Lehrer-Software der beiden Startup-Gründer Christian Nitsche und Thiago de Carvalho Jonas. Die beiden Informatik-Studenten müssen auch ihren eigenen Tagesablauf gut strukturieren, um Alltag, Studium und ihre beiden Firmen unter einen Hut zu bekommen.

Unter dem Dach des Entrepreneurship-Centers der Ostfalia – im obersten Stockwerk am Exer – arbeiten Nitsche und de Carvalho Jonas an ihrem Durchbruch. „TEGO.CLASS“ heißt die Software, die die Gründer von „vapintar“ und „vaitego“ Anfang Juni auf den Markt gebracht haben. Mit der webbasierten Toolsammlung können Lehrer ihre Unterrichtsinhalte gestalten, Fehlzeiten und Noten ihrer Schüler dokumentieren und Unterrichtsfortschritte auswerten. „Unsere Tests mit Lehrern haben ergeben, dass so eine Software super einfach und super schnell sein muss. Außerdem muss sie auf allen Endgeräten laufen“, sagt Thiago de Carvalho Jonas. „Mit dieser Lösung haben Lehrkräfte eine Verwaltungsersparnis von über 50 Prozent.“
Einen Vorläufer entwickelten die beiden bereits vor drei Jahren. Mit dem Tool „MyExcuse“ kommen Schüler in fünf Klicks zur fertigen Entschuldigung. „Durch dieses Projekt ist Professor Asghari auf uns aufmerksam geworden. Er fand das Tool gut und so kamen wir mit einem Stipendium zum Informatikstudium“, erzählt de Carvalho Jonas. Bereits seit einigen Jahren entwickeln sie mit ihrer Firma vapintar Internetseiten für Unternehmen in der Region.
Am gemeinsamen Entrepreneurship-Center der Ostfalia und der TU Braunschweig lernten die beiden Informatiker, wie man einen Businessplan schreibt und kamen in Kontakt mit ihrem heutigen Unternehmensengel. Jemandem, der sowohl Kapital in ihr Unternehmen investierte, als auch den Gründern mit Know-how und Kontakten zur Seite steht. Mit ihm gründeten Christian Nitsche und Thiago de Carvalho Jonas die vaitego GmbH zur Vermarktung der Lehrer-Software.
Knapp 70 Lehrer nutzen bereits die webbasierten Anwendungen für ihren Unterricht. „Das Feedback der User ist uns dabei sehr wichtig, daher gibt es direkt auf der Internetseite einen Feedback-Button, dank dem wir die Software dauerhaft verbessern können“, sagt Nitsche. Auch auf der Cebit bekamen sie großen Zuspruch, hunderte Lehrer interessierten sich für die Anwendung.
Die Feedback-Anfragen und die Arbeit an den Vapintar-Seiten kosten allerdings Zeit. „Wir sitzen eigentlich den ganzen Tag in unserem Büro. Nur wenn man mal ein Seminar hat, geht man runter – der Informatikbereich ist nur zwei Stockwerke unter uns“, sagt Nitsche. Die Arbeit der beiden Firmen teilen die beiden momentan noch lediglich unter sich auf. „Man lernt, seinen Arbeitsalltag zu strukturieren. Wir machen morgens und abends ein Meeting. Dort klären wir, was zu tun ist“, sagt Nitsche. Im  Büro werden auch direkt die Arbeiten für die Uni erledigt. Beide überprüfen gegenseitig ihre Hausarbeiten und Übungen.
Dabei ist die eigene Firma manches Mal der bessere Lehrmeister. „Technisch lernt man während der Arbeit für die Firma mehr und man bekommt auch viel mit, das die Uni einem nicht beibringt – zum Beispiel Pressegespräche zu führen“, sagt Christian Nitsche lachend.
Neben dem erhofften Erfolg der Lehrer-Software, haben die beiden Entwickler noch weitere Projekte im Stall, mit denen sie sich in der Selbstständigkeit halten wollen. Mit der Agentur vapintar würden sie gerne in die Innenstadt ziehen, „das richtige Gebäude habe ich aber noch nicht gefunden“, sagt Thiago de Carvalho Jonas.


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