Den Spaß kann man den Mitgliedern bei ihrer jährlichen Fahrt ins Wendland regelrecht ansehen. Eine tolle Gemeinschaft!

„Heartchor Hemkenrode“ singt seit 20 Jahren

Beim Zuhören kriegt man nicht nur Gänsehaut. Man wippt mit den Füßen, schnippt mit den Fingern und summt mit. „Heartchor Hemkenrode“: Eine echte Bereicherung in der Elmregion! Ein Geheimtipp für Kulturfans. „In diesem Monat gibt es uns seit 20 Jahren“, erzählte Chorleiterin Lisa Kranz. In dem kleinen beschaulichen Dorf fing alles bei einem Straßenfest an. Die Neubaugebiete Elmstieg und Kalkweg feierten es. „Alle neuen Bewohner waren dabei. Wir stellten zusammen ein tolles Programm auf die Beine, lernten uns bei Musik, Tanz und Essen kennen“, erinnerte sie sich gerne.

Als „Neubürger-Chor“ standen sie damals auf dem Programm. Nur wenige stunden später sangen sie zusammen mit dem berühmten Musiker Axel Bosse, der seine Wurzeln auch im Ort hat. „Wir wollten damals gar nicht mehr aufhören zu singen“, schob Kranz nach. Zu zwölft brachten sie am 18. September 1999 ein selbstgedichtetes Lied über Hemkenrode vor. Heute sind noch sieben der zwölf Gründungsmitglieder dabei: Bernd Schweimler, Anne Mügge, Klaus Becker, Bettina Thoenes, Ingrid Dallmann, Gaby Darley sowie die Leiterin. 

Der Chor entwickelte sich weiter auf beträchtliche 27 Mitglieder. Manche Sängerinnen und Sänger kommen aus Braunschweig oder Wolfenbüttel zu den Proben (mittwochs 20 bis 22 Uhr im DGH). „Wir haben eine richtig schöne Größe“, schwärmte Kranz, die in ihre Aufgabe nach dem Fest eher reingerutscht ist. Doch laut Thoenes ist sie die Richtige für den Job: „Wir sind sehr froh, dass wir sie haben. Sie ist mit Herzblut dabei.“ Eine Chorleiterausbildung hat Kranz zwar nicht besucht, doch als Musiklehrerin an einer Grundschule war schon viel Wissen da. Auf Workshops bildete sie sich fort. 

Was macht den „Heartchor Hemkenrode“ aber so besonders? Lenz betonte: „Wir singen quer durch den Garten. Mal vierstimmig, mal siebenstimmig.“ Dabei ist das Repertoire anspruchsvoll, schließlich wird bei Auftritten immer ohne Notenzettel auswendig gesungen. Volkslieder, Geistliches, Gospel, Schlager und Pop. Wenn die Mitglieder losträllern, kommt der verdiente Beifall und Zugabewunsch. Zur einstudierten Musik zählt derzeit „Junge“ von den Ärzten, „Fix you“ von Coldplay, „Die perfekte Welle“ von Juli und…. wer hätte das gedacht: Axel Bosse mit „Frankfurt Oder“. Genau diesen Satz haben sich die Mitglieder auch komponieren lassen. „Axel Bosse hat ihn uns signiert“, fügte Kranz hinzu. Er habe sich sehr darüber gefreut. Der größte Wunsch sei für alle, mit ihm einmal wieder zu singen, egal ob in Hemkenrode beim jährlichen Maibaumfest oder in der Wegwarte in Lucklum. Denn auch dort hat der Chor viele Konzerte schon veranstaltet. Bei den Kulturnächten in Braunschweig und Wolfenbüttel sind die Sängerinnen und Sänger ebenfalls leidenschaftlich dabei. 

Viel wird auch beim jährlichen Chorwochenende im Wendland gelacht. „Das Gesellige kommt nicht zu kurz. Mal gibt’s Grillabende, mal eine Weihnachtsfeier, mal gibt ein Geburtstagskind Käse und Wein aus“, beschrieb Stefanie Barz, die bei der Verwaltung hilft. 

Eine kleine Anekdote aus den 20 Jahren konnte man beim Besuch noch rauskitzeln: Ein Auftritt in der Braunschweiger Dornse. „Etwas Hochoffizielles mit Politik-Prominenz“, erklärte Thoenes. Doch genau damit hatte niemand gerechnet. Unterbesetzt gaben sie neben dem prächtigen Staatsorchester ihr Bestes. „Als der Auftritt vorbei war, fuhren wir so schnell es ging in die Wegwarte und hatten den ganzen Abend darüber gelacht“, grinste Thoenes. „Wenn heute jemand ‚Dornse‘ bei der Probe ruft, ist Lachen angesagt.“ Na dann. Übrigens: Das Jubiläum feiern die Mitglieder mit einer Fahrt ins Blaue in Braunschweig. 

Die nächsten Auftritte: 21. September (Kulturnacht) Kommisse Wolfenbüttel 20 Uhr, 18. Dezember (Lebendiger Adventskalender) Kirche Hemkenrode 18 Uhr. 


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