Ein Orchester und der Singkreis St. Petri wirkten beim Musical mit. Violine spielten Heide Arnold und Alexander Nagel. Querflöte beherrschte Nila Yousofi. Am Keyboard saß Hedwig Struppek und Julius Ullmann untermauerte mit dem Schlagzeug.

Gisela Schneider leitet seit 40 Jahren die Kinder- und Jugendkantorei

Die Kirche St. Petri war am Sonntag gut gefüllt. Besucher nahmen auch auf der Empore Platz. Der Altarraum war mit einem Bühnenbild dekoriert. An den tragenden Säulen für die obere Etage hingen Tannenbäume aus Pappe. All das gehörte am Vormittag zum Musical „Jona“, das anlässlich des Jubiläums der Kinder- und Jugendkantorei einstudiert worden war. „Gisela Schneider gründete die Gruppe und leitet sie seit 40 Jahren“, dankte Wolfenbüttels Prädikant Werner Schweckendiek und eröffnete einen etwas anderen aber äußerst lebendigen Gottesdienst.

Viel Zeit und Mühe hatten die jungen Akteure in das Programm gesteckt – das merkte man sofort. Eine gute Stunde dauerte das Bühnenwerk, das mit reichlich Musik, Tanz und Gesang verbunden war. Lebrecht Heidenreich und Jürgen Kleinsorge hatten das Stück einst geschrieben. Daneben wirkte noch ein Orchester aus Querflöte, Geigen, E-Piano und Schlagzeug mit. Zudem präsentierte sich der Singkreis St. Petri, den Schneider ebenfalls gegründet hatte. Sie schien am Sonntag ganz in ihrem musikalischen Element zu sein, dirigierte sie doch alle drei Gruppen. 

Schweckendiek erzählte anfangs über den Propheten Jona. „Die Geschichte spielt etwa 800 Jahre vor Christus“, sagte er. Dabei geht es um eine abenteuerliche Reise im Bauch eines großen Fisches nach Ninive (Irak), wo Jona im Auftrag Gottes die sündige Stadt zur Buße und Umkehr aufrufen soll, damit Gott sie vor dem Untergang bewahrt. Die Kinder und Jugendlichen machten ihre Sache so gut, dass es mehrere Male verdienten Zwischenapplaus gab. Viel Phantasie war allerdings gefragt. Da gab‘s ein Schiff, das zu sinken drohte, einen Sturm, der sich plötzlich beruhigte, und eine riesige Pflanze, die in einer Wüste über Nacht wuchs – alles in der Kirche geschehen, versteht sich. Konfirmanden, Eltern, Oma und Opa staunten dabei nicht schlecht. Jeder konnte daraus schöpfen, seine Gedanken spielen lassen und mitnehmen, was er wollte. Zumindest sollte die Botschaft lauten, dass sich Gott um Jona kümmerte und dass er es mit den Menschen aus Ninive gut meinte. 

Nach der Aufführung sprach Gisela Schneider noch die Einladung zu Kaffee und Kuchen aus. Viele Besucher nutzen dabei die Möglichkeit, ihr für die vier Jahrzehnte ihrer Arbeit zu danken. 


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