Vor dem Weinstand sah man stets eine kleine Warteschlange. Manche wollten sich nicht einfach nur das Gläschen wieder füllen lassen. Sie holten sich Infos, tauschten bei Gefallen eine geleerte Flasche gegen eine volle aus.

6. Bier- und Weinfest im Schafstall auf dem Rittergut

Ein bisschen fachsimpeln, genießen und in gute Gesprächen verfallen – so kann man wohl die sechste Auflage des Bier- und Weinfestes beschreiben. Dazu eine kuschelige und anheimelnde Atmosphäre im Schafstall des Rittergutes der Familie von Veltheim, die der Veranstaltung noch mehr einverleibte. An den Tischen wurde es eng. „Wir haben für 120 Leute eingedeckt“, erzählte Jürgen Warnecke, stellvertretender Bürgermeister. Und so viele waren auch mindestens bei der Party am Sonnabend zu guter Stunde dabei. Die Veltheimer sind schließlich für ihre gute Feierlaune bekannt.

Die Dorfgemeinschaft lockte die trinkfreudigen Besucher an. Feuerwehr (Hans-Jürgen Knosalla), Schützen- (Beate Wirth), Kleingarten- (Marc Glunz), Männergesang- (Gerhard Helmsen) und der Sportverein (Jürgen Warnecke) organisierten zusammen den Abend. Helmsen dankte im Namen der Dorfgemeinschaft den fleißigen Helfern. „Es wird immer schwieriger, welche zu finden, die hier mit anpacken“, bedauerte er. Sein Appell kam aber an, denn zum Abbau am nächsten Morgen seien laut Warnecke genügend Helfer gekommen. Die wiederum lobten ihn vor versammelter Schar: „Gerhard kümmert sich immer um alles.“ 

Die Idee, ein Fest mit erlesenen Weinen auf die Beine zu stellen, kam nicht nur bei Weinexperten gut an. Die sechste Auflage bot die Möglichkeit zu probieren, sich heranzutasten. Im Ausschank waren sechs Sorten, darunter frische und spritzige mit hellem Fruchtaroma in den Farben rot, rosa und weiß. Zum Beispiel der Grüne Veltiner aus Östereich, ein Grauburgunder aus der Pfalz vom Vorjahr oder auch ein Merlot aus Rheinhessen im Bioanbau wurden gerne getrunken. Vor dem Weinstand sah man stets eine kleine Warteschlange. Manche wollten sich nicht einfach nur das Gläschen wieder füllen lassen. Sie holten sich Infos, tauschten bei Gefallen eine geleerte Flasche gegen eine volle aus. 

Derweil erwarten die Winzer sowohl bei den weißen als auch bei den roten Rebsorten eine sehr gute Ernte. Die Beeren seien von hervorragender Qualität mit einem hohen Fruchtzuckergehalt. Deutlich mehr Flaschen könne man abfüllen. Den starken Sommern aus 2018 und 2019 ist es zu verdanken, sie versprechen somit gute Rebensäfte und volle Regale. 

Etwas perliger mit frischem Charakter war‘s beim Stand der Feuerwehr. „Wir bleiben beim Wolters-Bier“, machte der Ortsbrandmeister deutlich. Er bekannte sich, ein Fan des Traditionsbrauhauses aus Braunschweig zu sein. Aber immerhin: „Beim Hopfen weiß man, was man hat.“ Und für diejenigen, bei denen es noch mehr im Abgang prickeln sollte: Sekt gab‘s auch. Um auch eine Trinkgrundlage zu schaffen, boten die Veranstalter Kulinarisches an. Zu Bratwürstchen, Backschinken im Brötchen und Flammkuchen sollte das passende Getränk eine noch bessere Note erreichen.  

Für den Abend hatten die Organisatoren noch den Veltheimer DJ Luca Schalk gewinnen können. Bei unserem Besuch legte er mit „Let‘s have a party“ von Wanda Jackson los und war damit ebenfalls ein Garant für das Wein- und Bierfest. Nach und nach zog es die Tanzfreudigen auf‘s Parkett. Und als Jürgen Warnecke am nächsten Tag telefonisch mitteilte, dass bis drei Uhr gefeiert und der komplette Weinbestand ausgetrunken wurde, dürfte wohl der siebten Auflagen auch nichts mehr im Wege stehen. „Die wird aber voraussichtlich erst in zwei Jahren stattfinden“, sagte er. 


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