Auf der Tanzfläche ging die Luzi ab. Keiner hielt es lange auf den Partybänken aus, der ansteckende Rhythmus war stärker.

Antonia aus Tirol heizte in Cremlingen ein: 400 Partygäste beim 2. Oktoberfest im CEC

Drei Schläge benötigte Bürgermeister Detlef Kaatz. Der letzte – ein gezielter Hieb mit dem Holzhammer – dann war das Fass angezapft und das Bier lief unaufhaltsam in die Literkrüge. Damit war die zweite Oktoberfestsause im Cremlinger Event Center (CEC) eröffnet. Es ging fröhlich zu in dem blau-weiß geschmückten Saal. Schlager und Feten-Hits in Form von Livemusik gehen eben immer. Bereits vom ersten Ton an war der Funke auf die Besucher übergesprungen. Schunkeln und rhythmisches Mitklatschen waren angesagt. An 35 Bierzelttischen frönten die Partygäste der guten Laune, feierten in den Einheitstag hinein. Dabei verlebten die 400 Gäste in Dirndl, Krachledernen und geschnürten Stiefeln einen beschwingten Abend mit etlichen schweren Maß-Krügen. Der große Saal wurde damit zwar nicht voll – 1.200 Menschen passen immerhin rein – doch die Stimmung war alles andere als schlecht. Manch ein Besucher meinte, es läge vielleicht am Termin oder an der Werbung.

Zumindest zeigte die Formation „Lechis“, was in ihnen steckt. Mit Trompete, Bariton, Schlagzeug, Akkordeon und Gesang waren die fünf Vollblutpartyhengste, die im ganzen Bundesgebiet auftreten, ein Volltreffer. Sie zeigten keinerlei Berührungsängste mit ihren Fans, stiegen mit Instrumenten auf Tische und Bänke und ließen ihr großes musikalisches Repertoire aufblitzen. Mit „O’zapft is!“ rief Eventmanagerin Sabrina Meyer nach dem Anstich zum Prosit der Gemütlichkeit auf. Sie wünschte im Namen des CEC-Teams viel Spaß, einen rauschenden Abend an der Theke und auf der Tanzfläche. Ihr Plan ging auf. Zu „Ein Stern, der deinen Namen trägt“, „Sweet Caroline“ und schunkelnd „In München steht ein Hofbrauhaus“ ging gleich die Post ab. So zog es die Tanzfreudigen rasch aufs Parkett - zunächst nur Mädels, später gesellten sich die Burschen dazu. Die Zapfhähne kontrollierte zu Beginn Thorsten Timmreck vom Hofbrauhaus Wolters. Gute 30 Meter war die Theke lang. Daneben staunte der stellvertretende Landrat Uwe Schäfer nicht schlecht, als ihn Bektas Afsar, einer von drei Geschäftsführern, die beiden Geschosse zeigte. „Eine echt coole Partylocation mit viel Potential“, schwärmte Schäfer. Jenseits der Bühne gab es eine Fotobox. Mit reichlich Spaßartikeln knipsten sich die Besucher ein Erinnerungsfoto. Und schräg gegenüber konnte man sich bei der Fleischerei Neubauer die nötige Stärkung für die Nacht organisieren. Geschäftsführer Jens Neubauer bot seinen Schmankerlteller mit Krustenbraten, Weißwurst, Hähnchenkeule, Sauerkraut und Kartoffelpüree an. Und für den Snack zwischendurch gab‘s den obligatorischen Brezelständer. 

Dann war es irgendwann kurz vor zehn. Die Musiker schoben ihre Instrumente auf der Bühne etwas nach hinten, der DJ übernahm für einen Augenblick mit flotten Melodienreigen. Nur wenige Minuten später stieg sie auf die Bühne, griff zum Mikro und erhöhte die Temperatur noch einmal. Antonia aus Tirol, eine Frau mit schier unbändigem Temperament, ein echtes Energiebündel. Sie eroberte schon zusammen mit DJ Ötzi die oberen Plätze der Charts, tourt durch die ganze Welt - und war jetzt in Cremlingen! Noch vor wenigen Monaten hätte man sich solch einen Besuch wohl kaum vorstellen können. Dem CEC sei Dank! Auch Detlef Kaatz hob das kulturelle Angebot hervor, das sich „vor der Tür“ entwickelt. „Cremlingen wird um viele Attraktionen reicher.“ Musikalisch bekamen die Gäste von Sandra Stumptner – so lautet ihr bürgerlicher Name - ordentlich was auf die Ohren. „1000 Träume weit“, „Knallrotes Gummiboot“ und „Das rote Pferd“ zählten wohl mit zu den Liedern, mit denen sie ihre Fans fesselte - wobei das Publikum textsicher mitging, versteht sich. Bei der ausgelassenen Stimmung dürfte sich am Ende so manch ein Besucher auch Hoffnung auf ein Busserl zum Abschied gemacht haben. 


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