Frank Oppermann, Claudia Fricke und Jens Hoffmann von der Polizei Wolfenbüttel geben Tipps, wie Sie sich gegen Einbrecher schützen können.

Einbrecher haben in der dunklen Jahreszeit besonders leichtes Spiel

Die Tage werden kürzer und damit steigt die Gefahr der Einbrüche extrem an. Jetzt, in der „dunklen Jahreszeit“ haben Einbrecher Hochkonjunktur. Im Schutz der Dämmerung haben sie leichte Beute. Laut der aktuellen Kriminalstatistik der Polizei Wolfenbüttel kam es im Jahr 2018 zu 126 Wohnungseinbrüchen, 37 mehr, als noch im Jahr zuvor.

Jeder vierte Wohnungseinbruch konnte geklärt werden. Damit es gar nicht erst zu einem Einbruch kommt, gibt die Polizei Wolfenbüttel Ratschläge, wie man sich vor den ungebetenen Besuchern schützen kann.  Unsere Zeitung hat mit Frank Oppermann, Sprecher der Polizei Wolfenbüttel, Jens Hofmann, Leiter Einsatz- und Streifendienst und Präventionsbeauftragte Claudia Fricke darüber gesprochen, wie man sich am besten schützen kann. „Zuerst einmal gilt, das Haus nicht verlassen aussehen zu lassen“, sagt Frank Oppermann. Denn wirkt ein Haus unbewohnt, wird es schnell zur Zielscheibe von Einbrechern. Und das nicht nur, wenn es dunkle ist.  Außerdem gibt es heutzutage viele mechanische Sicherheitsmaßnahmen, die man einfach, aber sehr effektiv anwenden kann. Dazu gehören gut gesicherte Fenster, Rollläden und Türen. „Und zwar alle Türen. Denn oft sind die Haustüren gut gesichert, aber die Nebeneingangs- oder Kellertür nicht. Selten kommt der Einbrecher durch die Vordertür. Meist nehmen sie Keller- oder Terrassentüren, die weniger gut gesichert sind“, sagt Oppermann. Die Polizei berät gerne zu diesem Thema und schaut sich dazu vor Ort die Gegebenheiten an. 

Die Polizei berät vor Ort

Die Polizeiinspektion Salzgitter, zu der auch das Kommissariat Wolfenbüttel gehört, hat eigens für diesen Bereich Berater. Auf Wunsch kommt der Sachbearbeiter Michael Scharf ins Haus und geht mit dem Eigentümer gemeinsam die Örtlichkeit ab. Danach gibt er hilfreiche Tipps, wie man die eigenen vier Wände vor Einbrechern schützen kann. Denn die Erfahrung der Polizei zeigt, dass entsprechende Sicherheitsmaßnahmen Wirkung zeigen. Rund 40 Prozent aller Einbrüche scheitern, weil technische Einrichtungen die Tatausführung verhindert haben. Die Beratung durch die Polizei ist kostenlos. Gerne wird auch in Vereinen und Einrichtungen ausführlich informiert. Termine und Informationen gibt Michael Scharf unter der Rufnummer 05341-1897107. 

Mit Software auf Einbrecherjagd

Die Polizei bereitet sich schon in den Sommermonaten auf die einbruchstarke Zeit vor. „Wir erarbeiten frühzeitig ein Konzept“, sagt Jens Hoffmann. Dazu gehört das Auswerten der Hotspots – also der Gegenden, die besonders oft von Einbrechern heimgesucht werden. Seit etwa drei Jahren arbeitet die Polizei in Wolfenbüttel dabei mit der „ProMap-Software“. Gespeist wird die Software von der Polizei selbst, indem die Vorfälle elektronisch erfasst werden. Die Software stellt dann auf einer Karte die Brennpunkte zusammen. „Die Karte kann von den Kollegen abgerufen werden. So können wir in den betroffenen Gebieten entsprechend reagieren“, so Hofmann. Mit Beginn der dunklen Jahreszeit werden die Streifen – auch zivil - hochgefahren und die Beamten speziell fortgebildet. Das alles gehört zu dem Einsatzkonzept, sagt Jens Hoffmann. Bei großen Hotspots werden die Kräfte gebündelt und auch Beamte anderer Inspektionen hinzugezogen. 

„Die Brennpunkte verschieben sich von Jahr zu Jahr“, erklärt Frank Oppermann. Gegenden, die in einem Jahr besonders häufig von Einbrechern heimgesucht wurden, müssen im nächsten Jahr nicht zwangsläufig wieder zum Brennpunkt werden. Erkennbar sei aber laut Oppermann, dass es Bereiche gibt, die immer wieder ins Visier der Einbrecher geraten. Beispielsweise Orte, die sich in unmittelbarer Nähe zu Autobahnen befinden. Hier könne man davon ausgehen, dass es „reisende Täter“ sind, die überörtlich agieren, ganze Einbruchsserien durchziehen und nach einem bestimmten System vorgehen.

Der Nachbar - ein guter Schutz

Sich mechanisch gegen Einbrecher zu rüsten ist ratsam und reduziert die Gefahr, Opfer eines Einbruchs zu werden. „Wachsam zu sein, ist aber ebenso wichtig, wie hilfreich“, so Oppermann und meint damit die Achtsamkeit unter Mitmenschen.  Verdächtige Beobachtungen wie fremde und suspekte Fahrzeuge oder Personen sollte man im Auge behalten. Sollte sich der Verdacht regen, etwas in Nachbars Haus geht nicht mit rechten Dingen zu, sofort die Polizei unter 110 informieren. „Wir kommen und gehen der Sache nach. Lieber einmal zu viel anrufen, als zu wenig“, appelliert Oppermann. 

Tipps der Polizei: 

• Wenn Sie Ihr Haus verlassen – auch nur für kurze Zeit – schließen Sie unbedingt Ihre Haustür ab.

• Verschließen Sie immer Fenster, Balkon- und Terrassentüren. Denken Sie daran: Gekippte Fenster sind offene Fenster.

• Sorgen Sie dafür, dass das Haus oder die Wohnung bewohnt wirkt.

• Verstecken Sie Ihren Schlüssel niemals draußen. Einbrecher finden jedes Versteck.

• Wenn Sie Ihren Schlüssel verlieren, wechseln Sie den Schließzylinder aus.

• Achten Sie auf Fremde in Ihrer Wohnanlage oder auf dem Nachbargrundstück.

• Informieren Sie bei verdächtigen Beobachtungen sofort die Polizei.

• Geben Sie keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit, wie beispielsweise in sozialen Netzwerken oder auf Ihrem Anrufbeantworter.

Wertgegenstände fotografieren

Und noch einen Ratschlag hat Frank Oppermann. Täter sind heutzutage selten auf elektronische Geräte wie Fernseher, DVD-Player oder Computer aus. Meist haben sie es auf Bargeld und Schmuck abgesehen. „Es ist immer gut, wenn man beispielsweise Schmuckstücke fotografiert. Das ist einerseits für die Versicherung hilfreich, hilft aber auch uns bei der Fahndung“, sagt er. 

Wer sich zum Thema Einbruchschutz informieren möchte, kann dies wie bereits erwähnt direkt über die Polizei unter der Rufnummer 05341-1897107 tun oder am 2. November in die Wolfenbütteler Innenstadt kommen. Dort wird die Polizei von 9 bis 12 Uhr mit einem Infomobil vor dem Bankhaus Seeliger  für die Bürger zur Verfügung stehen. 


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