Eine Andacht der etwas anderen Art: Pfarrer Andreas Lichtblau spielte mit den Kindern vor dem Altar Ball und erklärte Parallelen zur Martinsgeschichte.

Vom Ballspiel in der Kirche zur Martinsgeschichte

Diese Andacht bleibt in Apelnstedt in Erinnerung. Sonnabend, 17 Uhr, zehn Minuten Glockengeläut. Für Pfarrer Andreas Lichtblau kein Problem. Er begann einfach mit vier Martinsliedern und versuchte damit das Läuten zu übertönen.

Das klappte auch. Der helle Kindergesang bestach dabei. Es war eine gut besuchte Messe, am Spieltisch der Orgel saß Franz Albert. Lichtblau schien voll in seinem Element zu sein. Mimik, Gestik, ganzer Körpereinsatz, um den Besuchern die Kirche schmackhaft zu machen. Dann holte er einen Ball hervor, warf ihn gegen die Kirchenwand, spielte Basketball, Fußball, machte Kopfbälle. Alles vor dem Altar. Aufmerksamkeit hatte er. Lichtblau leitete allmählich über, fragte in die Runde, was ihm zum Spielen fehlte. Der Apelnstedter Nachwuchs war aufgeweckt. Bei einem Mädchen ging sofort die Hand hoch und rief: „Eine zweite Person“. Lichtblau, der die Andacht übrigens auch ohne Talar hielt, gab dem Mädchen recht und lud Mitspieler zu sich. Am Ende waren es acht Kinder, mit denen der Pfarrer vorm Altar einen Ball hin und her spielte.  

„Ich wollte Ihnen heute auf eine andere Art zeigen, was Teilen bedeutet“, sagte Lichtblau und ging auf die biblische Geschichte ein, die sich vor über 1600 Jahren abgespielt hatte. Der heilige Martin teilte der Legende nach seinen Mantel mit einem frierenden Bettler. Schließlich erklärte Lichtblau Parallelen zum Ballspiel. Es war ein origineller Ansatz, der die Kirchgänger begeisterte. 

Der Organist verließ derweil seinen Spieltisch und schnallte sich ein Akkordeon für den Umzug um. Von der Kirche aus ging‘s über den Dorfplatz und die Dettumer Straße zum Gerätehaus. Ines Schneider (Kinderfeuerwehrwartin) hatte den Umzug mit organisiert. „Wir haben wieder ordentlich Nachwuchs in der Feuerwehr, sodass wir nach langer Zeit mal wieder einen Lampionumzug auf die Beine stellen wollten“, erklärte Ortsbrandmeister Johannes Hartje. 

Die Bürger Apelnstedts fanden die Idee gut. Etwa 30 Knirpse waren mit Mama, Papa, Opa oder Oma gekommen, um in der Dunkelheit durchs Dorf zu ziehen. Am Gerätehaus erholten sich alle von den frostigen Temperaturen. Dort gab‘s zudem für alle Bratcurrywürste und Pommes und den einen oder anderen wärmenden Kinderpunsch. 


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