Das Duo BartolomeyBittmann bemerkte amüsiert, dass einige der Häuser auf dem Stadtmarkt älter seien als ihre Instrumente. Rechts im Bild Schauspieler Johann von Bülow.

Festivals aufm Platz auf dem Stadtmarkt war ein voller Erfolg

Ein milder Frühherbstabend – beste Bedingungen für die „Festivals aufm Platz“, die am Freitag auf dem Stadtmarkt in Wolfenbüttel Station gemacht haben. „Aufm Platz“, das ist eine Kooperation der Niedersächsischen Musiktage und des Literaturfestes Niedersachsen, die in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie beide nicht stattfinden können. Stattdessen schlossen die beiden Schwester-Festivals sich kurzerhand zusammen und touren nun den ganzen September über mit hochkarätigen Literatur- und Musikprogrammen durch Niedersachsen.

In Wolfenbüttel gastierten sie mit dem Programm „Karte statt Navi“ auf dem Stadtmarkt und konnten dabei mit prominent besetzter „Spieleraufstellung“ aufwarten: Der aus Film und Fernsehen bekannte Schauspieler Johann von Bülow teilte sich die mobile Festivalbühne mit dem Duo BartolomeyBittmann, das extra für die Niedersachsen-Tournee aus Wien angereist war. „Wir freuen uns sehr, dass wir hier in dieser schönen Stadt „aufm Platz“ zu Gast sein dürfen. Einige der Häuser, die hier rund um den Stadtmarkt stehen, sind älter als unsere Instrumente“, sagte Geiger und Mandolaspieler Klemens Bittmann eingangs in seiner Moderation. Und das wollte etwas heißen, stammen Cello und Violine der beiden Musiker schließlich aus dem 18. Jahrhundert. Doch Barockmusik oder Wiener Klassik wie Haydn oder Mozart möge das Publikum bitte nicht erwarten, da würde es enttäuscht werden. Denn BartolomeyBittmann spielten Eigenkompositionen zwischen Pop und Jazz, mal innig verspielt, mal rockig druckvoll. 

Verwoben wurden die musikalischen Stücke mit einzelnen Kapiteln aus dem Buch „Atlas eines ängstlichen Mannes“ des österreichischen Schriftstellers Christoph Ransmayr. Den letzten Schliff hatten die drei Künstler ihrem Programm erst am Freitagvormittag in der Landesmusikakademie in Wolfenbüttel geben können, denn hier hatten sie sich das erste Mal persönlich zusammengefunden. 

Johann von Bülow las die Textauszüge mit großer Intensität, ob es dabei um einen gestürzten Kellner, Flußbremsen auf dem Rücken eines schlafenden Mannes, einen Stierkampf oder eine „Sturmwarnung“ ging. Wie „Filmmusik“, so von Bülow im Vorgespräch, illustrierte die Musik in den Übergängen die packenden Ransmayr-Texte. 

Das Publikum nahm das Programm begeistert an – langanhaltender Applaus und Standing Ovations für die drei Künstler und das Veranstaltungsformat.

Festivals aufm Platz ist eine Kooperation von: Literaturfest Niedersachsen und Niedersächsische Musiktage, veranstaltet von der VGH Stiftung und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.


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