Welche Vögel leben direkt vor unserer Haustür, welche Arten werden seltener und wie geht es Finken, Spatzen, Meisen und Amseln in den Gemeinden unserer Region? Antworten darauf sucht der NABU bei der 22. „Stunde der Gartenvögel“: Vom 8. bis 10. Mai 2026 sind alle Menschen in der Region eingeladen, eine Stunde lang Vögel zu zählen und ihre Beobachtungen zu melden.
Mitmachen kann jeder – gezählt wird überall
Ob im Garten, auf dem Balkon, im Innenhof oder im Park: Jede Meldung hilft, ein genaueres Bild der Vogelwelt im Siedlungsraum zu bekommen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Jeder mit Freude an der Naturbeobachtung, der sich am Wochenende dafür eine Stunde Zeit nehmen möchte, kann mitmachen. „Die Stunde der Gartenvögel zeigt jedes Jahr, wie lebendig unsere Umgebung ist – aber auch, wo die Vogelwelt unter Druck gerät“, erklärt Nico Ludewig von der NABU-Regionalgeschäftsstelle Südost-Niedersachen. „Je mehr Meldungen wir aus Städten, Dörfern und dem ländlichen Raum erhalten, desto besser können wir verstehen, wie sich häufige Arten entwickeln und wo Lebensräume fehlen.“
Finken stehen besonders im Fokus
In diesem Jahr richtet der NABU den Blick verstärkt auf Finkenarten. In den vergangenen Monaten wurden regional vermehrt tote Buchfinken, Gimpel und Stieglitze gemeldet. Eine mögliche Ursache sind sogenannte Trichomonaden – einzellige Parasiten, die sich vor allem an Futter- und Wasserstellen verbreiten können. Für Finken kann eine Infektion tödlich enden. Der NABU empfiehlt daher, Futterstellen sauber zu halten und im Frühjahr möglichst auf das Zufüttern zu verzichten. Wer weiterhin füttert, sollte hygienische Futtersäulen verwenden. Werden kranke oder tote Vögel entdeckt, sollte das Füttern sofort eingestellt bzw. die Wasserstelle entfernt werden.
Naturnahe Gärten helfen am meisten
Langfristig profitieren Vögel vor allem von naturnah gestalteten Gärten. Heimische Sträucher, Wildblumen, Stauden, Totholz oder kleine Wasserstellen bieten Nahrung, Schutz und Brutplätze. Auch selteneres Mähen hilft, da blühende Flächen Insekten anziehen – eine wichtige Nahrungsquelle, besonders während der Jungenaufzucht.
Eine Stunde zählen, bis 18. Mai melden
Gezählt wird an einem beliebigen Tag vom 8. bis 10. Mai eine Stunde lang – im Garten, Park, auf dem Balkon oder vom Fenster aus – Hauptsache in einer besiedelten Umgebung. Von jeder Art wird die höchste gleichzeitig beobachtete Anzahl notiert, um Doppelzählungen zu vermeiden und eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Die Meldung erfolgt online oder über die App NABU-Vogelwelt. Meldeschluss ist der 18. Mai 2026.
Auch Kinder können mitmachen
Für Schulen, Kitas und Kindergruppen bietet die Naturschutzjugend die „Schulstunde der Gartenvögel“ an. So können schon junge Naturbegeisterte die heimische Vogelwelt entdecken und erfassen. Natürlich auch gerne im Rahmen der Studen der Gartenvögel am Wochenende.
Gemeinsam aktiv für den Naturschutz
Die „Stunde der Gartenvögel“ ist eine der größten Mitmachaktionen Deutschlands und liefert wichtige Daten zur Entwicklung unserer Vogelwelt. Wer sich darüber hinaus engagieren möchte, kann sich an seine lokale NABU-Gruppe wenden und selbst vor Ort aktiv werden – etwa im Vogelschutz oder bei naturkundlichen Aktionen.