Das Narrenschiff hat wieder angelegt – und die Besatzung zeigte sich in Bestform. Die Sandbachnarren verwandelten das Dorfgemeinschaftshaus am gestrigen Samstag in die Hochburg der guten Laune. Der Tag wurde zum Marathon der Fröhlichkeit, der Generationen vereinte. Bei der zwölften Auflage ihres Spektakels wurde bis tief in die Nacht getanzt. Eine Programmänderung spüren die Narren allerdings am heutigen Morgen: Das Büttenfrühstück, das auch gut für den „Kater“ war, entfällt. Dafür hallt die Party umso lauter nach.
Wer gestern das DGH betrat, hatte keine Chance: Das Narrenfieber war, wie schon in den Vorjahren, hochansteckend. Auch wenn das Team kurzfristig auf Präsidentin Petra Richter verzichten musste, die krankheitsbedingt ausfiel, lief die Organisation wie am Schnürchen. Der Vorstand hatte bereits im Vorfeld angekündigt, die Kräfte in dieser Session voll auf den Samstag zu konzentrieren – und sie hielten Wort. „Wenn man sieht, wie der Funke sofort auf das Publikum überspringt, weiß man, dass sich die Vorbereitung gelohnt hat. Es zeigt sich heute wieder ganz deutlich: Gardessen hat einfach Lust auf Karneval“, hieß es aus dem Organisationsteam sichtlich zufrieden am Rande des Geschehens.
Der Startschuss fiel traditionell kurz nach dem Mittag. Pünktlich um 14.11 Uhr übernahmen die Jüngsten das Zepter im geschmückten Saal. Binnen Minuten wimmelte es von kleinen Prinzessinnen, Superhelden und Bären, deren Augen spätestens beim obligatorischen Süßigkeiten-Regen zu leuchten begannen. Dass genügend Wurfmaterial da war, war Jesi Bau zu danken. „Der Meisterbaubetrieb unterstützt seit vielen Jahren die Kindermaskerade“, dankte Christian Horney als stellvertretender Vorsitzender. Und Während die Eltern und Großeltern das große Kuchenbüfett genossen, herrschte am Glücksrad Hochbetrieb. Es sind diese Momente, die zeigen, wie fest verwurzelt der Verein mittlerweile ist. Was einst 2014 aus einer Laune während der 800-Jahrfeier entstand, um die alte Tradition der Junggesellen wiederzubeleben, ist aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken.
Nach dem Trubel am Nachmittag kehrte nur kurz Ruhe im Saal ein, bevor sich die Türen für die große Abendgarderobe erneut öffneten. Aus dem tobenden Kinderparadies wurde ab 19.30 Uhr ein eleganter und zugleich ausgelassener Maskenball. Um 20.11 Uhr startete das offizielle Programm, und die Blicke richteten sich auf die Bühne. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf der Besatzung des Narrenschiffs: Während das royale Gespann Captain Marlon I. (Marlon Breidl) und seine Lady Josephine I. (Josephine Feicke) souverän durch den Abend führte, feierte Denny Zerbe eine gelungene Premiere. Er schlüpfte in dieser Session erstmals in die Rolle des Sandbachpiraten und wurde von der Menge bestens aufgenommen. „Er passt perfekt in unsere Truppe und hat das Publikum sofort mitgerissen“, zeigte sich auch Captain Marlon I. begeistert von seinem neuen Bühnenpartner.
Für den passenden Beat sorgte DJ LP (Luca Schalk). Mit einem Mix aus aktuellen Hits und klassischen Partykrachern gelang es ihm, die Tanzfläche dauerhaft zu füllen. Die Stimmung erreichte schnell ihren Siedepunkt, und die fantasievoll kostümierten Gäste feierten, als gäbe es kein Morgen. Tatsächlich ist der „Morgen“ in diesem Jahr auch etwas ruhiger als sonst. Die Entscheidung, das traditionelle Büttenfrühstück am Sonntag aus organisatorischen Gründen zu streichen, tat der Feierlaune keinen Abbruch – im Gegenteil. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, am Samstagabend umso länger zu bleiben, wohlwissend, dass sie heute ausschlafen können. Oder wie es aus dem Vorstand hieß: „Wir feiern heute Nacht quasi für den Sonntag mit.“
Die zwölfte Session der Sandbachnarren hat bewiesen: Auch mit leichten Anpassungen im Ablauf bleibt Gardessen eine feste Größe im Karnevalskalender. Das Narrenschiff segelt weiter auf Erfolgskurs. Bis zum nächsten Wiedersehen bleibt damit nur noch eines zu sagen: Ein dreifaches „Sandbach Helau“!